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Konfektionshäuser revolutionierten im 19. Jahrhundert die Modeindustrie in Deutschland. Aus kleinen Nähstuben entstanden große Modeimperien, die Berlin zur Modemetropole machten.
Die Geschichte der Konfektionshäuser in Deutschland begann mit dem Wandel vom maßgeschneiderten Einzelstück zur seriellen Fertigung. Noch im 19. Jahrhundert war Kleidung meist handgefertigt oder wurde von Schneidern auf Bestellung angefertigt. Die Industrialisierung und die Einführung der Nähmaschine ermöglichten die Serienproduktion von Kleidung – ein Meilenstein für die Modebranche.
In Deutschland etablierte sich das erste Konfektionshaus 1799 in Hamburg. Doch erst mit der Gründung einer Firma für die Serienherstellung von Mänteln in Berlin im Jahr 1836 begann der eigentliche Aufstieg der deutschen Konfektionsbranche. Berlin entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden Zentrum der Konfektionsindustrie, insbesondere rund um den Hausvogteiplatz. Hier siedelten sich zahlreiche jüdische Unternehmer an, die mit ihrem Wissen und ihren Netzwerken die Branche prägten. Sie produzierten Mode für den nationalen und internationalen Markt und exportierten ihre Designs in die ganze Welt.
Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre erlebten die Konfektionshäuser in Berlin ihre Blütezeit. Hunderte Firmen beschäftigten Zehntausende von Arbeiterinnen und Arbeitern. Die Stadt wurde zum Synonym für Moderne und Innovation in der Mode. Viele der bekanntesten Konfektionshäuser wie Nathan Israel, Jandorf, Wertheim und Jonass stammten aus jüdischem Besitz und prägten das Stadtbild.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete diese Ära jäh. Die jüdischen Konfektionshäuser wurden enteignet, ihre Besitzer vertrieben oder ermordet. Die Branche verlor ihre wichtigsten Impulsgeber, doch der Bedarf an seriell gefertigter Mode blieb bestehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich die Produktion zunehmend ins Ausland, und neue Vertriebsformen wie Warenhäuser und Fachmärkte entstanden. Die großen deutschen Konfektionshäuser der Vorkriegszeit existieren heute nicht mehr in ihrer alten Form. Stattdessen dominieren internationale Modeketten wie P&C, H&M und C&A den Markt.
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