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11. August 2026

Innenstädte im Hitzestress: Handel fordert mehr Abkühlung

BÄUME, BRUNNEN UND SCHATTENPLÄTZE: POLITIK MUSS KOMMUNEN BEFÄHIGEN
Deutschlands Innenstädte - und damit der Einzelhandel – sind derzeit im Schwitzkasten.
Foto: Pixabay / Gerd Altmann

Über 30 Grad machen nicht nur den Menschen zu schaffen, sondern auch den Geschäften in den Stadtzentren. Der Handelsverband fordert mehr Bäume, Brunnen, Schattenplätze und Trinkwasserspender.

In Deutschland kletterten die Temperaturen in den vergangenen Wochen vielerorts auf mehr als 30 Grad. Was für Sonnenhungrige nach Sommer klingt, wird für den Einzelhandel zunehmend zum Problem: Bei großer Hitze bleiben viele Kunden lieber zu Hause – und die Innenstädte verlieren an Frequenz und Attraktivität. Der Handelsverband fordert deshalb mehr Maßnahmen gegen die Hitze in den Stadtzentren und nimmt Städte und Kommunen in die Pflicht.

Für Abkühlung sorgen

„Angesichts des Klimawandels werden die Hitzetage in unseren Innenstädten immer weiter zunehmen. Das nimmt den Einzelhandel an seinem Standort Nummer eins zunehmend in den Schwitzkasten. Viele Kunden scheuen die Hitze. Vielerorts ist die wirtschaftliche Lage in den Stadtzentren ohnehin schon alles andere als einfach. Die Kommunen müssen dringend finanziell in die Lage versetzt werden, flächendeckend in Deutschland für Abkühlung in den Innenstädten zu sorgen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Gefragt seien insbesondere mehr Bäume und Grünflächen. Aber auch offene Wasserflächen und Brunnen könnten nach Ansicht des HDE eine wichtige Rolle spielen. Zudem gelte es, von südlichen Ländern zu lernen: Dort sorgen Sonnensegel vielerorts für Schatten und Abkühlung. Ähnliche Modelle für deutsche Innenstädte seien denkbar und öffentliche Trinkwasserspender ebenfalls eine gute Anregung.

Wenn Hitze Kunden fern hält

Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad verlieren die Stadtzentren nach Einschätzung des HDE massiv an Attraktivität. „Die Kundenfrequenzen sinken an hochsommerlichen Tagen deutlich. Das war in der Vergangenheit sicher verkraftbar, da die Zahl der heißen Tage überschaubar war. Doch seit einigen Jahren bekommen die Geschäfte die Klimaveränderung deutlich zu spüren. Da muss dringend etwas am Umfeld getan werden“, so Genth. Für den Einzelhandel steht dabei mehr auf dem Spiel als nur die Kundenfrequenz an einzelnen heißen Tagen. Der Handel ist die zentrale Branche in den Innenstädten, die meisten Menschen suchen die Stadtzentren des Einkaufens wegen auf.

Wichtiges Stück Heimat

„Die Innenstadt ist für viele Menschen ein wichtiges Stück Heimat. Die ortsansässigen Geschäfte sind ein unverzichtbarer Teil davon. Das sollten wir nicht leichtfertig verloren geben, die Politik muss handeln.“ Der Einzelhandel selbst trägt nach Angaben des HDE bereits seinen Teil zur Abkühlung bei: In vielen Geschäften laufen Klimaanlagen. Der Lebensmittelhandel versorgt die Menschen zudem Tag für Tag in ganz Deutschland mit kühlenden Getränken und Eis.

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