EHI Stiftung und GS1 Germany zeichnen erfinderische Projekte aus

Ducktrain soll die Lieferung in Innenstädten erleichtern. Foto: Droiddrive GmbH

Drei Gründungen aus der Hochschule haben den Einzug in das Finale zum Wissenschaftspreis von EHI Stiftung und GS1 Germany geschafft. Der Beirat, bestehend aus Expert*innen aus Handel und Konsumgüterindustrie, hat sich nach eingehender Beratung entschieden, wer zum Pitch antreten wird.

„Es ist wirklich spannend zu sehen, welche zukunftsweisenden Ideen an den Hochschulen entwickelt und mit wie viel Engagement sie verfolgt werden“, lobt Volkmar Schwenk, Geschäftsführer Ferrero Deutschland und Startup-Beirat, den Enthusiasmus, mit dem die Gründer-Teams im Wettbewerb angetreten sind. „Es ist bereichernd, wenn Handel und Industrie gemeinsam diskutieren, in welchen Startups sie das größte Potenzial sehen.“ Wer letztendlich gewinnt, entscheiden in diesem Jahr die Zuschauenden der digitalen Preisverleihung am 17. März. Nachfolgend die Ideen mit Chance auf den Gewinn.

Suchmaschine für lokalen Handel

Die BAOO-App (Rheinische Fachhochschule Köln) hilft Konsument*innen schnell und gezielt, Produkte in den lokalen stationären Geschäften zu finden, ohne mühselig zu suchen. Die produktbasierte Suche benennt – gelistet nach der Entfernung zum Suchort – die Geschäfte, in deren Sortiment die gesuchte Ware geführt wird, und kann sofort den Bestand abfragen. Im Hintergrund übernimmt eine Schnittstelle den Abgleich der Produktdaten. Gemäß dem Motto „Online suchen, vor Ort kaufen“ leitet die App einen echten Mind Change ein. BAOO vernetzt Konsument*innen und auch kleine lokale Handelsunternehmen und schafft eine große Produktauswahl, Vergleichbarkeit und sofortige Verfügbarkeit – wie beim Shopping auf den großen Online-Marktplätzen.

 

Liefern ohne Zweite-Reihe-Parken

Mit dem Ducktrain (RWTH Aachen) soll sich die Verkehrssituation in den Innenstädten nachhaltig verändern. Ducktrain ist ein elektrisches, automatisiertes Logistikfahrzeug, das die Logistik mit leichten Fahrzeugen auf eine neue Effizienzstufe hebt und konventionelle Lieferfahrzeuge überflüssig macht - eine Kombination aus einem beliebigen Führungsobjekt und einem oder mehreren automatisierten leicht elektrischen Fahrzeugen („Ducks“), die ihm automatisch – per Sensorerkennung oder über virtuelle Kopplung – folgen. In der nächsten Entwicklungsstufe wird mit einem Software-Update möglich, dass die Ducks Teile der Fahrstrecke, zum Beispiel die Zufahrt vom letzten Hub in den Bezirk, vollautomatisiert fahren können. Diese Zero-Emission-Fahrzeuge können auf der letzten Meile knapp ein Drittel der Zeit- und Arbeitskosten einsparen.

Meeresfisch regional produziert

SEAWATER Cubes (Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes) hat als erstes High-Tech-Startup im Bereich Anlagenbau eine kompakte, vollautomatisierte und standardisierte Fischzuchtanlage entwickelt, mit der Meeresfisch regional, nachhaltig und fernab der Meere produziert werden kann. Das Projekt nutzt See-Container und ist skalierbar. Intelligente Selbstregulierung ist das Stichwort für das komplexe, biotechnologische System, das 99 Prozent des Wassers in der Anlage wiederaufbereitet, über die Cloud mit der Firmenzentrale kommunizieren kann und möglich macht, die Bedingungen vor Ort aus der Ferne zu überwachen. Die Technik ist auf maximales Tierwohl und die Schonung natürlicher Ressourcen ausgelegt. Durch das Konzept erhalten Verbraucher*innen Transparenz über die Aufzuchtbedingungen und ein hochwertiges, gesundes Lebensmittel ohne lange Transportwege.