Einzelhändler befürchten laut IHK Saarbrücken Umsatzeinbußen

Das Zweibrücken Fashion Outlet soll um 40 Prozent wachsen – der saarländische Einzelhandel sieht’s nicht gern. Foto: VIA Outlets

VIA Outlets möchte das Zweibrücken Fashion Outlet erweitern. Doch der regionale Einzelhandel befürchtet massive Einbußen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der IHK Saarland unter rund 120 Einzelhändlern.

Der niederländische Betreiber plant eine Vergrößerung des FOC von 21.000 auf 30.000 Quadratmeter – das würde Raum für 40 bis 50 neue Stores mit Luxus- und Premiumartikeln bieten. 45 bis 50 Millionen Euro will VIA Outlets investieren. Ein Raumordnungsverfahren läuft bereits.

Die geplante Erweiterung indes bereitet den saarländischen Einzelhändlern insbesondere in den Segmenten Textilien, Schuhe und Lederwaren große Sorgen. Sie befürchten Frequenzverluste, weitere Umsatzverlagerungen oder sogar den Verlust ihrer Existenz, wie aus der IHK-Befragung hervorgeht.

 

Angst vor Umsatzverlagerung

„Unsere Innenstädte stehen wegen des demografischen Wandels und steigender Marktanteile des Onlinehandels bereits heute unter enormem Druck. Eine Erweiterung des FOC Zweibrücken würde zu weiteren Umsatzverlagerungen in der Region führen und die Attraktivität der Zentren verringern. Leidtragender wäre einmal mehr der stationäre Einzelhandel in den Innenstädten, der durch die Corona-Pandemie bereits deutliche Einbußen verzeichnen musste. Eine Erweiterung des FOC Zweibrücken lehnen wir daher entschieden ab“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé.

IHK sieht Politik in der Pflicht

Aus Sicht der IHK würde der geplante Ausbau der Verkaufsfläche im FOC Zweibrücken um 40 Prozent nicht nur geschäftliche Existenzen im Saar-Einzelhandel gefährden, sondern darüber hinaus auch die Programme des Bundes und der Länder zur Revitalisierung der Innenstädte und Ortskerne konterkarieren. Nicht akzeptabel sei zudem, dass das FOC mit seinen zwölf zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntagen einen Sonderstatus einnehme, der ihm weitere Umsatzanteile sichere. „Das ist alles andere als ein fairer interregionaler Wettbewerb. Jetzt ist die Politik in der Pflicht, die Sorgen des Handels ernst zu nehmen und daraus rasch die richtigen Schlüsse zu ziehen“, so Thomé.