Gruppe um Ex-Vorstand Bauer kauft Gastro-Unternehmen

Mario C. Bauer hat eine Investorengruppe für die Rettung von Vapiano zusammengetrommelt. Foto: Vapiano

Mario C. Bauer will die angeschlagene Marke Vapiano gemeinsam mit internationalen Partnern und Investoren wieder in die Erfolgsspur bringen. Ihr Gebot für das börsennotierte Unternehmen, das Ende März Insolvenz anmelden musste, erhielt jetzt den Zuschlag.

Der ehemalige Vapiano-Vorstand Bauer zeichnete über ein Jahrzehnt lang für die weltweite Erfolgsgeschichte des „deutschen Italieners“ mitverantwortlich. Er will das einstige Unternehmensmotto „All we do we do with love“ wiederbeleben: „Wir werden Vapiano zurück zu seinen Werten und seiner emotional-partnerschaftlichen Unternehmenskultur führen.“

Mario C. Bauer ist als Brand Ambassador und Unternehmer seit rund 20 Jahren in der internationalen Gastronomie unterwegs. Sein weltweites Netzwerk umfasst die großen Namen der Branche, zu denen er intensive Freundschaften pflegt. Als er seine Freunde bat, ihn bei der Rettung von Vapiano zu unterstützen, sagten die Branchenprofis ohne langes Zögern zu. „Es handelt sich um renommierte Gründer und Führungskräfte, die in den vergangenen Jahrzehnten der europäischen Foodservice-Szene ihren Stempel aufgedrückt haben“, berichtet Bauer.

Bekannte Namen beteiligt

An Bauers Seite stehen beim Neustart für Vapiano namhafte Vertreter der europäischen Gastronomie-Branche: Die Familie Van der Valk gehört in den Niederlanden zu den großen Hospitality-Dynastien und war einer der ersten internationalen Franchisepartner von Vapiano. Henry McGovern, Gründer und 26 Jahre lang Chief Emotional Officer von AmRest, Europas größtem Multi-Konzept-Restaurantbetreiber. Sinclair Beecham, Gründer von Pret A Manger, der die britische Fast Casual- und Sandwich-Szene revolutionierte. Ebenfalls im Boot ist mit Gregor Gerlach einer der Gründer von Vapiano.

In der neu gegründeten LOVE & Food Restaurant Holding werden die neuen Eigentümer ihr Branchenwissen bündeln. „Ein Dream-Team engagierter und am langfristigen Erfolg interessierter Investoren, die die finanziellen Mittel, das Know-how, das Netzwerk und die Motivation haben, Vapiano in die Zukunft zu führen“, fasst Bauer zusammen.

 

Heimatmarkt Deutschland

Vor allem der Heimatmarkt ist für den Neustart von Vapiano essenziell. Darum haben die neuen Eigentümer eine Partnerschaft mit dem Leipziger Familienunternehmer Falk Johne sowie dem Immobilienentwickler Bernd Ehret (Skyland Group) als neuen Masterlizenznehmer für Deutschland geschlossen. Gemeinsam werden sie in ein Joint Venture mit LOVE & Food Restaurant Holding eintreten. „Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Partnern Vapiano zur operativen Stärke zurück zu bringen. Nicht die Wachstumsprozente, sondern glückliche Gäste werden im Fokus aller zukünftigen Arbeit stehen. Nah an den Menschen, egal auf welcher Seite des Tresens, soll der Leitgedanke der neuen Unternehmung sein. Vapiano first!“, kommentiert Falk Johne.

Das Joint Venture wird etwa 20 der deutschen Vapiano-Restaurants in Eigenregie betreiben und als Franchisegeber gegenüber den deutschen Lizenznehmern der Marke auftreten. Geplant ist außerdem, weitere 15 Standorte an die erfolgreichen Franchisepartner in der jeweiligen Region abzugeben. Denn die Partnerschaft und enge Zusammenarbeit mit den bestehenden deutschen Franchisenehmern der Marke ist für die Investoren von größter Wichtigkeit.

Auf lokale Besonderheiten setzen

„Der Wiederaufbau von Vapiano in Deutschland ist eine große Aufgabe. Es erscheint uns deshalb sinnvoll, auf die Unterstützung von Unternehmern zu setzen, die lokale Besonderheiten des hiesigen Marktes, die Marke Vapiano und die Gästepsyche sehr gut kennen“, sagt Bauer. „Die Franchisenehmer prägen Vapiano seit seinen Anfängen. Sie sind die richtigen Partner für die Zukunft.“

Für die operative Leitung der Holding will Bauer aus seinem weitverzweigten Branchennetzwerk ein Team renommierter Experten zusammenstellen, die sich ebenso sehr wie die neuen Eigentümer für die Marke Vapiano begeistern: „Ich freue mich sehr, als CEO die Gelegenheit zu haben, ein Team aufzubauen, das auf starken Werten und einer starken Kultur basiert, und gemeinsam mit unseren Gästen und unseren Teams dieses neue Kapitel für Vapiano zu schreiben. Wir wünschen uns, dass die Mitarbeiter, die in den vergangenen Jahrzehnten für den Erfolg des Unternehmens unverzichtbar waren, weiterhin ein wichtiger Teil der Vapiano-Familie bleiben beziehungsweise zurückkehren.“

Zuschlag für Frankreich und Luxemburg

Schon in der vergangenen Woche bekam die Investorengruppe den Zuschlag für die Ländermärkte Frankreich und Luxemburg. Dort übernimmt sie die Anteile der Vapiano SE an 29 Restaurants und plant weitere sechs Eröffnungen noch in diesem Jahr.

Auch die übrigen internationalen Märkte wollen die Investoren mit den bisherigen Partnern und Franchisenehmern weiterführen. Die Investoren glauben an die Kraft ihrer lokalen Partner und deren Fähigkeit, die Stärken der Marke in ihrem Markt voll auszuspielen. Den bereits beschlossenen Verkauf von Vapiano Österreich mit zwölf Restaurants an den Caterer DoN begrüßt der gebürtige Wiener Bauer ausdrücklich.

Schließen werden die neuen Eigentümer die 2017 eröffnete Unternehmenszentrale in Köln. Stattdessen wollen sie die einzelnen Ländermärkte zukünftig dezentral führen. „Wir möchten in den nationalen Büros die besten und kompetentesten Köpfe des jeweiligen Landes zusammenbringen und einen engen Kontakt zu den Restaurants pflegen“, sagt Bauer. „Wir brauchen erfahrene und schlagkräftige Teams, die unsere deutschen und internationalen Franchisepartner unterstützen.“