Auch DEHOGA Bayern ist „fassungslos“ über 2GPlus und Sperrstunde

Erneut zittert die Gastro-Branche um ihre Existenz. Symbolbild: Depositphotos / Artur Verkhovetskiy

Mit Sorge schaut die italienische Markengastronomie L’Osteria auf die Beschlüsse rund um Sperrstunden oder 2GPlus-Pflichten für die Gastronomie in den einzelnen Bundesländern. Das veranlasst das Unternehmen aktuell dazu, die Verfassungsmäßigkeit der gesetzlichen Regelungen und Verordnungen prüfen zu lassen.

Gegebenenfalls will L‘Osteria im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes vorgehen und Klage einreichen. Die derzeitige Lage der Corona-Pandemie als so genannte vierte Welle sei sehr ernst zu nehmen, und die aktuell steigenden Fallzahlen erzwängen ein schnelles und vor allem umfassendes Handeln seitens der Politik. Wie bereits am Mittwoch durch die Initiative Gastgeberkreis, deren Mitglied die FR L’Osteria SE ist, verkündet wurde, begrüßt L‘Osteria eine flächendeckende 2G-Regelung ausdrücklich, um den größtmöglichen Schutz für alle Beteiligten innerhalb der Gastronomie gewährleisten zu können.

Verunsicherung steigt

Die Einführung von Sperrstunden sowie 2GPlus, was einem Lockdown für die Branche gleichkomme, rufe indes eine erneute wirtschaftliche Katastrophe für die Gastronomie hervor, so die Kette. Vor allem der Aufwand beziehungsweise die Hürde, vor dem Restaurantbesuch noch einen Test machen zu müssen, werde vielen Geimpften und Genesenen zu hoch sein. Hinzu komme die damit verbundene Verunsicherung der Gäste, die sich dann vielleicht doch lieber zu Hause mit Freunden oder der Familie treffen. Und mit ausbleibenden Gästen steige auch wieder die Verunsicherung unter den Mitarbeitenden, die die Gastronomie-Branche in den vergangenen Monaten gerade erst wieder mühsam zurückgewinnen konnte.

 

Branche leistet Sonderopfer

Mirko Silz, CEO der FR L’Osteria SE und Mitinitiator des Gastgeberkreises: „Eine Branche, die seit Beginn der Corona-Pandemie eine Sonderopferrolle leistet, wird in diesen Tagen erneut vor schwere Herausforderungen und Entscheidungen gestellt. Im Interesse unserer Mitarbeitenden, Partner*innen und letztendlich für die gesamte Gastronomie-Branche sehe ich leider keine andere Möglichkeit, als mit Rechtsmitteln gegen die neuen Sperrstunden und 2GPlus-Verordnungen vorzugehen. Wir steuern auf den dritten Winter der Pandemie zu, und dass wir überhaupt in diese Lage kommen, ist mir absolut unerklärlich. Der Politik ist bekannt, dass die klassische Gastronomie nicht Treiber dieser Pandemie ist, und trotzdem sind wir stets die Ersten, die unter den Maßnahmen zu leiden haben.“

Einseitige Lockdowns nicht wirkungsvoll

Beim bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern herrscht ob Ministerpräsident Markus Söders Beschlüssen Fassungslosigkeit. „Die bekannt gewordenen Entscheidungen sind für uns unvorstellbar“, so DEHOGA-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer. „Wir wissen aus dem letzten Jahr, dass Teilschließungen und einseitige Lockdowns in unserer Branche nicht wirkungsvoll sind“, reagiert Inselkammer auf die angekündigte Schließung von Schankwirtschaften, Clubs und Bars sowie des kompletten Gastgewerbes in so genannten Hotspots. „Wir erwarten jetzt ein bayerisches Sofortprogramm in Form von Umsatzentschädigungen sowie sofortige Steuerstundungen für die von der unverschuldeten Schließung betroffenen Betriebe, um kurzfristig Liquidität zu erhalten.“