Aktueller HDE-Report: In der Krise ist Verlass

Deutsche Verbraucher vertrauen dem Lebensmittelhandel. Symbolbild: Unsplash / nrd

Das Vertrauen in den Lebensmittelhandel in der Bevölkerung ist groß. Das zeigt der aktuelle Handelsreport Lebensmittel.

Die Unternehmen haben auf dem Höhepunkt der Corona-Krise Versorgungssicherheit hergestellt und in kurzer Zeit Hygienekonzepte umgesetzt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) macht deshalb deutlich, dass die Branche ihren Beitrag zur Kontrolle der Pandemielage leistet und neue sowie bürokratische Auflagen beispielsweise im Rahmen eines Lieferketten- oder des Kassengesetzes die Lage unnötig verschärfen.

Neue Wertschätzung erreicht

„Der Lebensmittelhandel in Deutschland versorgt trotz der weltweiten Corona-Krise Tag für Tag über 40 Millionen Kunden. Das ist eine gewaltige Leistung. Gerade zu Beginn, als sich die Unternehmen auf Hamsterkäufe und neue Hygienekonzepte einstellen mussten, hat die Branche bei vielen Kunden neue Wertschätzung erreicht“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nach einer Umfrage des frisch erschienenen Handelsreports Lebensmittel bewerten die Kunden die Versorgungssicherheit durch den Lebensmittelhandel auf einer Skala von 0 bis 100 durchschnittlich mit 83 Punkten. 80 Prozent der befragten Internetnutzer stimmen zu, dass die Corona-Maßnahmen gut umgesetzt wurden.

 

Belastungsmoratorium gefordert

„Der Einzelhandel zeigt bis zum heutigen Tag, dass in der Krise auf ihn Verlass ist. Die Hygienekonzepte wirken, beim Einkaufen entstehen keine Hotspots“, so Genth weiter. Es gebe folglich auch bei weiter steigenden Zahlen für die Politik keinen Grund, erneut Geschäfte zu schließen oder Kundenzahlen wieder strenger zu begrenzen. Zudem fordert der HDE ein Belastungsmoratorium, damit die Händler sich in der Krise auf ihre Versorgungsleistung konzentrieren können.

Lieferketten aufrecht erhalten

„Im Bekleidungshandel stehen viele Unternehmen vor der Insolvenz. Und im Lebensmittelbereich geht es darum, trotz vieler Corona-Einschränkungen die oft internationalen Lieferketten aufrecht zu erhalten“, so Genth weiter. Deshalb seien beispielsweise Vorschläge für ein Lieferkettengesetz, das die Händler zwingen soll, die Verantwortung für das einwandfreie Verhalten aller ihrer Zulieferer und Produzenten weltweit zu übernehmen, fehl am Platze und nicht umsetzbar. Genauso unverständlich sei, dass der Bundesfinanzminister kurzfristig auf der Umrüstung aller Kassen im Einzelhandel mit einer speziellen technischen Sicherheitseinrichtung bestehe, obwohl die Bundesländer eine Fristverlängerung gewährt hatten. Genth: „Wir müssen uns in dieser Krise auf das Wesentliche konzentrieren. Immer neue bürokratische Vorgaben machen es den Händlern unnötig schwer, ihre Leistung für die Kunden zu bringen.“