Neustart in der Krise passgenau über Facebook

Der DEHOGA will kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglichen, sich digital besser aufzustellen. Symbolbild: Pixabay / Kevin Philipps

Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie haben insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor völlig neue und teilweise schwere Herausforderungen gestellt. Der DEHOGA startet jetzt eine Kampagne.

Viele Menschen haben ihre Arbeit kurzfristig niederlegen müssen, befinden sich nach wie vor in Kurzarbeit, fürchten um ihren Arbeitsplatz oder haben ihn bereits verloren. Aber der DEHOGA hat auch gesehen, wie soziale Medien Kleinunternehmen dabei helfen können, bestehende Kunden und Neukunden zu erreichen, Kundenbeziehungen zu stärken und kreative Lösungen für die Ausrichtung des Geschäftsmodells zu finden. Die Krise unterstreiche, wie wichtig ein digitales Standbein für kleine und mittlere Unternehmen sei, so der Verband.

#WirliebenMittelstand

Deshalb möchte der DEHOGA bis zum Jahresende 10.000 Unternehmer in Deutschland digital fit machen. Unter dem Motto #WirliebenMittelstand werden die am stärksten betroffenen Branchen Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel mit passgenauen Angeboten bei dem Ausbau ihrer Digitalstrategie unterstützt.

 

Um zu verstehen, vor welchen Herausforderungen KMU nun stehen, haben der DEHOGA in Partnerschaft mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Weltbank bereits 2017 die Future of Business Servey initiiert. In diesem Rahmen hat der Verband über seine Plattform europäische Kleinunternehmen und KMU-Beschäftigte zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf ihr Unternehmen befragt. 

Viele Geschäfte pushen sich online

Die Befragung zeigt, dass deutsche Unternehmen mit einer Online-Präsenz weniger stark von der Krise getroffen sind. Ein Drittel der Befragten erklärt, dass mindestens 25 Prozent  ihrer Einnahmen über digitale Kanäle generiert werden konnten.

„Gerade in Krisenzeiten ist Facebook ein wichtiges Tool für den Austausch mit Kunden und Kundinnen. Im Shutdown hat uns das wahrsinnig geholfen, unser Geschäft aufrecht zu erhalten“, sagt Laura Berg, Gründerin von KEKSzauber.

Deutsche haben Aufholbedarf

Das bestätigt zwar, dass KMU in Deutschland sich im Zuge der Corona-Krise teilweise schnell und kreativ digitalisiert haben, doch im europäischen Vergleich zeigt sich auch, dass deutsche Unternehmen noch Aufholbedarf haben. Kleinunternehmen in europäischen Nachbarländern sind hier schon weiter und erzielen einen viel höheren Teil ihres Umsatzes über digitale Kanäle. 

Darüber hinaus bestätigen die Ergebnisse auch langfristige Auswirkungen der Krise: 65 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Einnahmen in diesem Jahr deutlich niedriger als im Vorjahr sind. Ganze 20 Prozent rechnen damit, dass der Cash Flow in den nächsten Monaten nicht gewährleistet sein wird. Und ein Fünftel (23 Prozent) gab an, dass sie wegen der unsicheren Lage gezwungen sind, die Anzahl der Mitarbeiter zu reduzieren. Aber dennoch zeigen die Befragten sich positiv. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) ist mit Blick auf die Zukunft des eigenen Unternehmens zuversichtlich.

Angebote des DEHOGA

Branchenspezifische virtuelle Trainings, um die Herausforderungen und Chancen verschiedener, von der Krise betroffener Branchen zu diskutieren, sind auf To-Do. Die etwa einstündigen Sessions unterstützen bei der Entwicklung einer nachhaltigen Digitalisierungsstrategie. Zu Gast sind Vertreter aus Politik und der angesprochenen Branchen, neben dem DEHOGA-Bundesverband zum Beispiel auch die Industrie und Handelskammer Berlin und der Handelsverband Deutschland (HDE).

Individuelle Coachings für Kleinunternehmen: Facebook- Experten gehen in den Gesprächen speziell auf die Bedürfnisse der Unternehmer ein, beantworten Fragen und geben praktische Tipps für die digitale Unternehmensstrategie. Die Coachings werden jeweils einmal in der Woche, dienstags seit dem 14. Juli immer um 10 Uhr auf Facebook ausgestrahlt.

Fördergelder in Höhe von 100 Millionen USD stehen im Raum, um mehr als 30.000 kleine und mittelständische Unternehmen in 30 Ländern zu unterstützen. Das soll Unternehmer dabei helfen, ihre laufenden Kosten zu decken und die Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern.