Verlängerung der Frühjahr-Sommer-Saison notwendig

Der BTE appelliert an den gesamten Modehandel, sich in den nächsten Wochen mit Preisaktionen bei Sommerware zurückzuhalten. Symbolbild: Unsplash / Artem Beliaikin

Nach dem Ende des Lockdowns habe es zwar erste Rabattaktionen gegeben, insgesamt sei es in den vergangenen Wochen an der Preisfront aber verhältnismäßig ruhig geblieben, so der BTE Handelsverband Textil. Entgegen der oft geäußerten Befürchtungen seien umfangreiche oder sogar pauschale Reduzierungen „auf Alles“ bis Ende Mai die Ausnahme gewesen.

Mitunter gab es laut BTE zwar mehr oder weniger auffällige Sale-Plakate, doch betrafen sie speziell im konsumigen Markt primär Übergangsware und frühe Monatsprogramme. Dies sei zu dieser Zeit nicht unüblich, da die Haupt-Verkaufszeit von Frühjahrsware Ende Mai meist vorbei ist. Es sei nicht zu erwarten, dass sich diese Ware bei steigenden Temperaturen noch zu vollen Preisen vermarkten lässt.

Längere Phase mit vollen Preisen

Falsch sei es aber mit Sicherheit, für den breiten Markt bereits jetzt neue Sommermode zu reduzieren – selbst bei großem Lagerdruck. Denn durch den teilweisen Wegfall der Frühjahrssaison aufgrund der Corona-Maßnahmen brauche der Modehandel jetzt unbedingt eine längere Phase mit vollen Preisen, um nicht noch weitere Existenz gefährdende Verluste einzufahren. Selbst wenn einzelne stationäre Modehändler oder Online-Anbieter mit ersten Rotpreisen für Sommerware vorpreschten, solle man sich davon möglichst nicht beeinflussen lassen.

 

Schließlich kaufen die Kunden immer bedarfsorientierter – eine Tendenz, die durch die Coronakrise eher noch zunehmen dürfte. Und obwohl es in weiten Teilen Deutschlands schon einige heiße Tage gab, stünden die wärmsten Wochen erst noch bevor, meint der Verband. Viele Bedarfskäufer dürften – nicht zuletzt durch die bestehenden Einschränkungen – noch gar nicht zum Modeeinkauf in den Städten gewesen sein. Diese Klientel suche erfahrungsgemäß noch im Juli und August nach Sommerware. In diesem Zusammenhang dürfe auch nicht vergessen werden, dass die sommerliche Witterung in den letzten Jahren oft bis weit in den September andauerte.

Herbstware erst ab August

Durch die Corona-bedingten Verzögerungen in der Lieferkette komme zudem ein Gutteil der Herbstware im breiten Markt erst ab August in die Geschäfte. „Wer also jetzt bereits seine Sommerware verramscht, läuft Gefahr, seinen Kunden im Hochsommer kaum bedarfsgerechte Ware anbieten zu können“, so der BTE.

Daher der Appell an den gesamten Modehandel, sich in den nächsten Wochen mit Preisaktionen bei Sommerware zurückzuhalten. Die Branche brauche jetzt diese Solidarität, um die Folgen der Coronakrise zumindest abzufedern. Die gesamte Modebranche sei sich daher weitgehend einig, dass die Sommersaison unbedingt bis in den August verlängert werden muss und breitere Reduzierengen frühestens Mitte/Ende Juli Sinn machen.