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12. März 2026

Sonntagsblockade ist „20 Jahre Fortschrittsverweigerung“

HDE KRITISIERT ALLIANZ UND FORDERT FLEXIBLE ÖFFNUNGSZEITEN
Seit vielen Jahren kämpft der Einzelhandel für liberale Sonntagsöffnungen.
Foto: AdobeStock / Daniel Ernst

Die Allianz für den freien Sonntag feiert in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen. Eine zentrale Rolle in diesem Bündnis spielt die Gewerkschaft ver.di, die sich seit zwei Jahrzehnten gegen Sonntagsöffnungen im Einzelhandel ausspricht. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth äußert deutliche Kritik an dieser Position.

„Es ist traurig und keine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Deutschland, dass sich die Allianz für den freien Sonntag und insbesondere ver.di nun seit zwei Jahrzehnten gegen zeitgemäße gelegentliche Sonntagsöffnungen im Einzelhandel stemmen. Einkaufen ist für viele Menschen heute mehr als nur Versorgung. Shopping ist längst Teil der Eventkultur und auch ein Spaß für die ganze Familie – besonders auch an Sonntagen“, so Genth.

Schäden durch Blockade

Und er betont, dass die Situation vieler Innenstädte derzeit schwierig sei und gelegentliche, verlässliche Sonntagsöffnungen dringend notwendig seien. „Schaut man auf die oft schwierige Lage des Einzelhandels in vielen Innenstädten, wird klar: Wir brauchen aktuell die gelegentliche und verlässliche Sonntagsöffnung für die Geschäfte in Deutschland mehr denn je. Die gewerkschaftliche Totalverweigerung bei diesem Thema richtet großen Schaden an.“ Zugleich kritisiert er die Praxis kurzfristiger Klagen gegen bereits genehmigte Sonntagsöffnungen: „Die seit einigen Jahren gängige Praxis des kurzfristigen Wegklagens bereits genehmigter Sonntagsöffnungen durch die Gewerkschaft darf sich nicht fortsetzen. Die Unternehmen bleiben anschließend auf den Kosten für bereits geschaltete Werbung und für das eingeplante Personal sitzen. Diese mangelnde Rechtssicherheit ist den Handelsunternehmen nicht weiter zuzumuten.“

Plädoyer für Smart Stores

Besonders problematisch sei die Ablehnung der Gewerkschaft bei personalfreien Smart Stores. „Smart Stores müssen an Sonntagen ganz und gar ohne den Einsatz von Personal auskommen und sind damit eine gute Alternative insbesondere im ländlichen Raum, um dort die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Hier geht es also gar nicht um Aspekte des Beschäftigtenschutzes, da Sonntagsarbeit in Verbindung mit Smart Stores ausgeschlossen ist, sondern schlicht um ein neues innovatives Unternehmensmodell. Für die Betreiber sind diese Stores aufgrund des reduzierten Warenumsatzes allerdings nur dann betriebswirtschaftlich tragfähig, wenn sie sieben Tage die Woche öffnen dürfen. Die Digitalisierung der Vertriebswege wird wegen des zunehmenden Personalmangels weiter an Bedeutung gewinnen.“

Haltung überdenken

Abschließend appelliert der HDE-Geschäftsführer an die Allianz für den freien Sonntag, ihre Haltung zu überdenken: „20 Jahre Allianz für den freien Sonntag bedeuten bisher 20 Jahre sture Realitätsverweigerung. Wir brauchen eine zukunftsgerichtete Gewerkschaft, damit die Branche die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam erfolgreich bewältigen kann.“

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