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Die Stadt-Parfümerie Pieper GmbH, nach eigenen Angaben Deutschlands größte familiengeführte Parfümeriekette, hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das zuständige Amtsgericht hat dem Antrag zugestimmt und Rechtsanwältin Sarah Wolf von der Kanzlei Anchor als vorläufige Sachwalterin eingesetzt. Der Geschäftsbetrieb wird vollständig fortgeführt und soll im Zuge des Verfahrens stabilisiert sowie strategisch neu ausgerichtet werden.
Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Herne beschäftigt rund 1000 Mitarbeitende, deren Löhne und Gehälter für die kommenden drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert sind. „Die Sanierung in Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, unser Unternehmen bei voller operativer Kontrolle zu stabilisieren und strategisch weiterzuentwickeln“, betont Geschäftsführer Dr. Oliver Pieper. Unterstützt wird die Geschäftsführung durch Rechtsanwalt Dr. Philipp Grub als Generalbevollmächtigten und den erfahrenen Sanierer Sven Pursche.
Pieper wurde 1931 von Anna Pieper als kleines Seifengeschäft in Bochum gegründet und entwickelte sich ab den 1930er Jahren rasch zu einer expandierenden Parfümeriekette. Unter der Führung von Enkel Gerd Pieper wuchs das Unternehmen auf mehr als 120 Filialen sowie einen Onlineshop. Heute wird der Händler in vierter Generation von Dr. Oliver Pieper und Torsten Pieper geführt und bietet ein breites Sortiment aus Parfüm, Pflegeprodukten, Make-up, Haarpflege, Naturkosmetik und Accessoires.
Der nun erfolgte Insolvenzantrag fällt in eine Phase wirtschaftlicher Belastungen für den Einzelhandel. Nach pandemiebedingten Schließungen konnte Pieper im Geschäftsjahr 2021/22 zwar wieder leicht wachsen und erzielte bei einem Nettoumsatz von 113,7 Millionen Euro einen Gewinn von 0,2 Millionen Euro. Die Geschäftsführung prognostizierte im Dezember 2022 sogar ein erneut positives Ergebnis für 2022/23. Allerdings machten sich ein allgemeiner Konsumrückgang sowie deutlich steigende Kosten – insbesondere für Energie – zunehmend bemerkbar. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass diese Belastungsfaktoren stärker durchschlugen als erwartet.
Für den stationären Handel und den Handelsimmobilienmarkt ist das Verfahren ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, denen filialstarke Formate im Zuge veränderter Konsumtrends und Kostenstrukturen gegenüberstehen. Pieper setzt nun darauf, durch die Eigenverwaltung neue strategische Perspektiven zu entwickeln und das Filialnetz zukunftsfähig auszurichten.
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