HI HEUTE-Exklusiv-Interview mit Peter Axmann von der Hamburg Commercial Bank

Peter Axmann, verantwortlich für das Immobilienkundengeschäft der Hamburg Commercial Bank

Seit Mitte Februar heißt die HSH Nordbank offiziell Hamburg Commercial Bank. Die Umfirmierung der einstigen Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein zur privaten Geschäftsbank war nach einer turbulenten Vergangenheit ein notwendiger Schritt. Was aber heißt das nun für die Kunden und Geschäftspartner? Wird sich auch am Geschäft etwas verändern? HI HEUTE-Chefredakteur sprach dazu mit Peter Axmann, dem Verantwortlichen für das Immobilienkundengeschäft der Bank.

 

HI HEUTE: Herr Axmann, erläutern Sie eingangs noch einmal kurz, wieso es eigentlich zur Umbenennung kam.

Peter Axmann: Wie Sie wissen, liegen einige schwierige Jahre hinter uns. Konkret basiert die Privatisierung und damit die Umbenennung auf einer Auflage des EU-Beihilfeverfahrens aus 2015. Wir sind sehr froh darüber, dass dies alles nun abgeschlossen ist und wir mit dem Markenlaunch Anfang des Jahres auch einen sichtbaren Punkt für einen Neuanfang hatten. Auch sind wir ein bisschen stolz darauf, die erste privatisierte Landesbank Deutschlands zu sein.

HI HEUTE: Was hat das denn für Auswirkungen mit Blick auf Ihr Geschäft?

Peter Axmann: Für uns ist das eine große Chance. Wir wollen unter den bedeutendsten Finanzierern gewerblicher Immobilien in Deutschland bleiben und unser Geschäft weiter ausbauen, mit vertrautem Personal und konservativem Risikoansatz. Neu ist, dass wir unseren Radius auf einige europäische Nachbarländer ausweiten.  

HI HEUTE: Sind dabei Handelsimmobilien immer noch interessant für Sie? 

Peter Axmann: Auf jeden Fall, nur nicht in allen Segmenten. In den letzten Jahren hat sich bei den Handelsimmobilien eine ganze Menge verändert, nicht zuletzt durch das Online-Shopping und die Digitalisierung ganz allgemein. Der „Himmel“ bewölkt sich in einigen Objektklassen. Heute müssen Eigentümer oftmals investieren, um ihren Ertrag zu halten, nicht – wie früher – um ihn zu vergrößern.

Dennoch ist längst nicht alles so schlecht, wie es manche Branchenakteure darstellen. Der stationäre Handel wächst ja immer noch – wenn auch geringer als der Online-Handel. Viele Einzelhandelsimmobilien sind weiterhin sehr interessant für Investoren, aber die Voraussetzungen müssen stimmen und man muss genauer hinschauen als früher.

HI HEUTE: Was ist denn wichtig in diesem Zusammenhang? 

Peter Axmann: Wesentlich sind das Gesamtkonzept, der Mietermix und natürlich immer auch die Lage. Fachmarkt-Zentren beispielsweise sind mit ihrem hohen Lebensmittel-Anteil durch die relativ geringe Abhängigkeit vom Internethandel und den gesicherten Cashflow weiterhin sehr stabil. Bei Shopping Centern kommt es dann schon deutlich mehr auf die Details an.  

HI HEUTE: Können sie auch dafür Beispiele nennen?  

Peter Axmann: Gern. Zunehmend wichtig ist die Flexibilität der Flächen, weil viele Händler längst nicht mehr so viel Ware in ihren Räumen vorhalten müssen und darum Läden mit deutlich weniger Quadratmetern benötigen. Das gilt insbesondere für die Anbieter von Bekleidung und von Unterhaltungselektronik. Auf dem Vormarsch sind dagegen Gastronomieangebote, und auch die Verbesserung der Aufenthaltsqualität ist wichtig für ein zukunftsfähiges Shopping Center. Zudem gelingt der langfristige Erfolg heutzutage zumeist nicht ohne eine Kombination von Offline- und Online-Angeboten. Hier gibt es bei vielen Anbietern noch Luft nach oben.

HI HEUTE: Was halten Sie eigentlich von Multi-Use-Objekten? Kommen die auch für Sie in Frage? 

Peter Axmann: Diese Objekte sind interessant und werden im Markt aktuell stark nachgefragt. Wir finanzieren sie gern, vorausgesetzt die entscheidenden Parameter stimmen. Durch die Kombination von Wohnen und Handel oder noch zusätzlich Büro oder Hotel wird die Abhängigkeit von einer einzigen Assetklasse und damit das Risiko für den Investor reduziert.  

 

HI HEUTE: Was hat sich Ihre Bank für 2019 besonderes vorgenommen? 

Peter Axmann: Wir wollen unsere Kundenbasis weiter verbreitern, insbesondere in den Metropolregionen Deutschlands. Zudem freuen wir uns über unsere neuen Möglichkeiten im Ausland und gehen in den Benelux-Ländern, Frankreich, Großbritannien und Österreich an den Start. Eine Bank schaut natürlich immer auf Zahlen. Wir haben im vergangenen Jahr im Bereich Immobilienkunden 4,6 Milliarden Euro Neugeschäft abgeschlossen. Wir peilen für 2019 eine vergleichbare Größenordnung an, bei gleichbleibenden Kreditstandards und mit festem Blick auf die Risiko- und Ertragsrelation.

 

 

Erstellt von Thorsten Müller