Junge Designer entwickeln bei Contest visionäre Restaurantkonzepte: Der Trend geht zu Technik und Regionalität

„Seafood" von Florian Ziep.
Siegerentwurf: Graf und Zeppelin von Sebastian Geitner.
Platz 2: Karlson vom Dach von Philomena Kienle.
Platz 3: iSurprise von Fabian Aigner.
Initiator des Wettbewerbs: der Münchener Verleger Willy Faber.

Wenn Design-Studenten ihre Träume in den Himmel wachsen lassen, entstehen wahrhaft außergewöhnliche Restaurant-Konzepte. Vom Wipfelcafé über das schwimmende Restaurant bis hin zur umgebauten Tankstelle treibt die Fantasie wilde, aber durchaus realisierbare Blüten. Wohin der Weg in Sachen Erlebnisgastronomie geht, zeigen alle zwei Jahre die Teilnehmer des weltweit einzigartigen Wettbewerbs „Restaurant der Zukunft“. Bei der siebten Auflage präsentierte die „Generation Outdoor“ ihre mutigen Entwürfe.

Veranstalter des Design-Contests ist der Münchner Verleger und Publizist Willy Faber. Als Herausgeber der regionalen Fachzeitschrift „Gastronomie-Report“ ist es sein Anliegen, der Branche Strömungen aufzuzeigen und Denkanstöße zu geben. „Durch jeden unserer bisher sieben Wettbewerbe zieht sich wie eine rote Linie der Trend zur Regionalität“, sagt er. „Und zwar nicht nur auf dem Teller, sondern auch im Konzept. Von den aktuell fünfzehn Beiträgen haben sich sieben mit dem eigenen Lebensumfeld auseinandergesetzt, sei es geschichtlich oder landschaftlich.“ Knackiges Story-Telling, so der Branchenkenner, spiele bei erfolgreichen Restaurantkonzepten eine entscheidende Rolle.

 

Entertainment 3.0

Nahezu atemberaubend seien zudem die technischen Möglichkeiten. Ganz klare Ansage der jungen Szene an die Gastronomen: Entertainment der Generation 3.0, um Gäste zu werben und zu halten. Skype ist da schon ein alter Hut. In einer mobilen Welt sind Zusammenführungen im Restaurant mittels Hologrammen mehr als nur ein Gedankenspiel: Jemand in München speist zu fest verabredeten Zeiten vis-à-vis mit Familienangehörigen oder Freunden, die sich gerade in Kapstadt aufhalten. „Derartige Konzepte sind ideal für Ketten mit zehntausenden Restaurants in der ganzen Welt“, schwärmt Willy Faber.

Gewinner: Sebastian Geitner

Gewonnen hat den diesjährigen Wettbewerb der junge Schreiner Sebastian Geitner mit seinem Beitrag „Graf und Zeppelin“. Das „Sorgenkind“ der Stadt Nürnberg, das ehemalige Reichstagsgelände „Zeppelinfeld“, hat er in Form eines Dokumentationszentrums „Faszination und Gewalt“ in sein Konzept integriert. Futuristisch ist sein Restaurant, dessen vollverglaste Wände sich wie ein Augenlid öffnen.

Nicht minder spannend sind die Präsentationen der Mitbewerber auf den Plätzen zwei und drei. Das seitlich offene Restaurant „Karlsson vom Dach“ beispielsweise punktet mit der Verbindung klassischer Baustoffe und organischer Substanzen. Schöpferin Philomena Kienle will die Restaurantdecke aus einer Doppelmembran bilden, die mithilfe von gelöstem Chlorophyll über Photosynthese eine eigene Biosphäre im Raum ermöglicht.

Schwenkbare Konstruktion

Schiebedächer sind längst Realität. Beim Konzept „iSurprise“ von Fabian Aigner hingegen ist das Dach stabil - dafür lässt sich das dreigeschossige Gebäude bei schönem Wetter auseinander schwenken, sodass die Gäste ihre Speisen und Getränke unter freiem Himmel genießen können. Konzipiert ist das Open-Air-Diner für Locations mit spektakulärem Blick.

Die erste Präsentation der diesjährigen Modelle erfolgte auf der Branchen-Leitmesse INTERGASTRA in Stuttgart. Kooperationspartner bei „Generation Outdoor“ ist die Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Garmisch-Partenkirchen.

 

Wer mit dem Gedanken spielt, einen der Entwürfe zu realisieren, wendet sich unter Telefon 089/4480409, Handy 0170/3021743 oder faber@gastronomie-report.de an Willy Faber. Er leitet Anfragen an die Fachakademie weiter. Info: www.restaurant-der-zukunft.de.

Erstellt von Susanne Müller