HDE geht für November und Dezember von Umsätzen in Höhe von über 90 Milliarden Euro aus. Das ist ein Wachstum von 3,9 Prozent.

Der Handel darf sich freuen: HDE rechnet mit 90 Milliarden Euro Umsatz im Weihnachtsgeschäft in Deutschland. Foto: tookapic / pixabay

Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel erreichte in der zurückliegenden Woche das recht gute Niveau des Vorjahres. Überdurchschnittlich gut liefen die Geschäfte in den Stadtteilzentren, Fachmärkten sowie im Einzelhandel mit Unterhaltungselektronik, Möbeln und Einrichtungsgegenständen sowie Bau- und Heimwerkerbedarf.

Größere Händler berichten in einer aktuellen HDE-Umfrage von einem guten Geschäftsverlauf, während kleine und mittlere Betriebe mehrheitlich unzufrieden sind. „Der erste Advent ist Auftakt für die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts. Dann verbreiten Weihnachtsmärkte und Weihnachtsbeleuchtung die passende Stimmung“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

 

Zum Einkaufen in die Innenstadt

Die Kunden greifen in den ersten Tagen der Adventszeit besonders oft bei Adventskalendern, Kränzen und Dekoration zu. „Je näher Heiligabend rückt, desto mehr Kunden kommen zum Einkaufen in die Innenstädte“, so Genth weiter.

So brachte der erste Adventssamstag denn auch noch nicht den großen Ansturm. Gerade in den zentralen Innenstadtlagen berichten gut zwei Drittel der Händler für die vergangene Woche von gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Kundenfrequenzen. Die Erwartungen der Händler für die kommenden Wochen sind groß: Über 40 Prozent der Unternehmen geben einen positiven Ausblick.

 

Weihnachtsgeschäft wächst um 3,9 Prozent

Dass die meisten Kunden ihre Weihnachtseinkäufe erst für den Dezember planen, zeigt auch eine vom HDE unterstützte Umfrage des ifes Instituts der FOM Hochschule. Demnach kaufen die meisten Verbraucher ihre Geschenke zwischen dem 1. und dem 22. Dezember. Zwei Drittel der Männer und knapp 60 Prozent der Frauen wollen erst dann auf die Suche nach Geschenken gehen. Für das gesamte Weihnachtsgeschäft erwartet der HDE für November und Dezember erstmals Umsätze von über 90 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 3,9 Prozent.

Wachstumstreiber bleibt der Online-Handel, im Internet wächst das Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent. Dabei profitiert auch der stationäre Handel massiv von seinen Online-Aktivitäten. Die großen Erwartungen der Einzelhändler werden gestützt von den Plänen der Verbraucher. So zeigt die aktuelle Umfrage vom ifes Institut und HDE unter über 59.000 Verbrauchern durchgeführt wurde, dass fast 23 Prozent der Verbraucher 2016 mehr Geld als im Vorjahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben wollen. Pro Kopf werden mehr als 470 Euro investiert. Damit steigt die Summe, die für Geschenke zu Heilig Abend ausgegeben wird, weiterhin an. Besonders gefragt sind wie auch schon in den vergangenen Jahren dabei Geschenkgutscheine und Produkte aus den Bereichen Kosmetik und Körperpflege sowie Bücher, Schreibwaren.

Gute Ausgangslage für den Einzelhandel

„Selten war die Ausgangslage für das Weihnachtsgeschäft so günstig wie in diesem Jahr. Die Stimmung ist gut, der Arbeitsmarkt stabil. Deshalb rechnen wir für November und Dezember mit einem Rekordweihnachtsgeschäft“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Einzelhändler die umsatzstärkste Zeit des Jahres. "Die Umsätze liegen in den letzten beiden Monaten des Jahres um rund 15 Prozent, in einzelnen Branchen um bis zu 100 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Monate", so Sanktjohanser weiter. Der stationäre Handel erzielt knapp 19 Prozent, der Internethandel gut ein Viertel seines Jahresumsatzes in November und Dezember.