Der Sportartikelhändler Karstadt Sports will bis zu sechs neue Standorte in den kommenden Jahren eröffnen. Das Ziel: Marktführerschaft.

Der Markt der Sportartikelhändler wächst und ist hart umkämpft. Foto: xusenru / pixabay
Nettoumsatz und Zahl der Filialen der größten Sportartikeleinzelhändler in Deutschland im Jahr 2015. Grafik: EHI Retail Institute / Handelsdaten.de

Der Sportartikelhändler Karstadt Sports plant, fünf bis sechs weitere Filialen in Deutschland in den kommenden Jahren zu eröffnen. „Wir wollen uns als klare Nummer eins im Markt etablieren“, sagte Geschäftsführer Michael Rumerstorfer im Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ).

Im Onlinegeschäft sei das Unternehmen „schon klare Nummer eins im Sportbereich in Deutschland“, wie der Karstadt Sports-Chef erklärte. Erst im diesem Jahr übernahm Signa Retail, die Holding hinter Karstadt, die Mehrheit an den E-Commerce-Firmen Internetstores sowie dress-for-less. Signa und damit Karstadt Sports stellte sich dadurch im Multi-Channel-Geschäft stärker auf.

Der Markt für Sportartikelhändler in Deutschland

Am Umsatz gemessen ist Karstadt Sports mit 299 Millionen Euro im Jahr 2015 der zweitgrößte Einzelhändler im Sportartikelbereich. Mitgerechnet werden hier allerdings auch die 43 Sportabteilungen der Karstadt-Warenhäuser, die das Schwester-Unternehmen beliefert. Auf Platz eins steht in Deutschland das Unternehmen SportScheck und HotSpot, das zur Otto Group gehört (Umsatz: 302 Millionen Euro). Das geht aus Zahlen des EHI Retail Institute hervor.

Nach Filialen führt den Sportartikeleinzelhandel Runners Point mit 171 Geschäften an. Unter den umsatzstärksten Unternehmen in diesem Markt schafft es Karstadt Sports auf Platz 5. Aktuell umfasst das Filialnetz 28 Standorte. Dahinter folgen Décathlon (27 Geschäfte) und SportScheck (23).

 

Umsatz im Einzelhandel mit Sport- und Campingartikel

Der Markt für Sport- und Campingartikel ist in den vergangenen neun Jahren stark gewachsenen und hart umkämpft. 2005 lag der Nettoumsatz der Branche noch bei 2,1 Milliarden Euro. Bis 2014 kletterte er auf 4,6 Milliarden Euro, so Zahlen des EHI Retail Institute.

 

Die angekündigten Pläne passen außerdem zu den bisherigen Schritten, die die Signa-Gruppe des Investors René Benko bislang unternommen hat, um den angeschlagenen Kaufhaus-Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Erst Mitte dieses Jahres sprach Karstadt-CEO Dr. Stephan Fander im Zuge der Eröffnung eines Warenhauses im Berliner Tegel Center von einer „Offensive nach vorne“. Der Standort war nach 30 Jahren der erste, den das Unternehmen neu eröffnete.