Weniger als eines von zehn Handelsunternehmen ist für die Digitalisierung gewappnet, so eine Studie von BearingPoint und IIHD.

Kay Manke. Foto: BearingPoint
Ausblick – Kompetenzführer, Herausgeforderte und deutlich abgeschlagene Handelsunternehmen in einer „Retail 4.0“-Welt. Grafik: Studie „Revolution Retail 4.0“ (2016)
IIHD Erfolgsfaktorenmodell Retail 4.0. Grafik: Studie „Revolution Retail 4.0“ (2016)
Entwicklung des Handels zu Retail 4.0. Grafik: Studie „Revolution Retail 4.0“ (2016)

Der Handel befindet sich unmittelbar vor einem Epochenumbruch: Das Zeitalter von „Retail 4.0“ steht vor der Tür. Die rasant voranschreitende technologische Entwicklung bietet Handelsunternehmen die Möglichkeit, die ursprüngliche Form des interaktionsbasierten und kundenzentrierten Handel(n)s für ihre Kunden in allen Filialen und auf allen Vertriebskanälen zu realisieren und so nachhaltig erfolgreich zu bleiben. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung BearingPoint und des Instituts für Internationales Handels- und Distributionsmanagement (IIHD).

Zunächst wird der Wechsel von „Retail 3.0“ zu „Retail 4.0“ jedoch zu einer Marktbereinigung führen. Sie umfasst insbesondere die Unternehmen, denen es nicht gelingt, frühzeitig die notwendigen Schritte einzuleiten und ihre Strategie neu zu gestalten.

Nur 7,4 Prozent der Handelsunternehmen nutzen valide Daten

Für die Studie hat das IIHD Institut gemeinsam mit BearingPoint persönliche und schriftliche Interviews mit Handelsexperten und Führungskräften von Handelsunternehmen aus der DACH-Region, Frankreich und Benelux sowie Skandinavien geführt.

Laut Studie nutzen heute lediglich 7,4 Prozent der europäischen Handelsunternehmen eine valide Datenbasis zur systematischen Auswertung von Kundendaten mittels analytischer Instrumente und sind damit grundsätzlich überhaupt in der Lage, ein auf Geschwindigkeit basierendes Handelsgeschäftsmodell zu etablieren.

Transformationserfordernis noch nicht erkannt

25,2 Prozent der Unternehmen haben die Transformationserfordernis noch nicht erkannt und werden voraussichtlich der Marktbereinigung zum Opfer fallen. „Eine fortschreitende Marktbereinigung bedroht insbesondere die Unternehmen, die einem ganzheitlichen Kundenbild heute noch keine Bedeutung beimessen“, sagt Prof. Dr. Jörg Funder, Geschäftsführender Direktor des IIHD. Datenstrategie, Datenanalytik und faktenbasierte Entscheidungsfindung sowie Lösungsableitung seien die zentralen Kompetenzbereiche, um zukünftig im Einzelhandel Erfolg zu haben.

 

Für zwei Drittel der Handelsunternehmen gilt es laut BearingPoint und IIHD, jetzt zu handeln. Ihnen kann es durch überdurchschnittliche Anstrengungen und einen erhöhten Ressourceneinsatz noch gelingen, ein künftiges Ausscheiden abzuwenden. „Unternehmen, denen es jedoch nicht gelingt, Kundendaten stringent aufzuzeichnen und diese zu einem Kundenbild zusammenzuführen, haben einen strategischen Wettbewerbsnachteil“, sagt Kay Manke, Partner bei BearingPoint. So unterschätzten derzeit noch viele Unternehmen, die Hürden auf dem Weg zu „Retail 4.0“, wie Kay Manke es ausdrückt.