Statement zur Coronakrise von Christoph Scharf, Geschäftsführer BNP Paribas Real Estate Deutschland und Head of Retail Services).

Christoph Scharf (BNP Paribas Real Estate)

In der aktuellen Situation und bei der momentanen Dynamik sowohl bezüglich der Infektionszahlen als auch der eingeleiteten Gegenmaßnahmen, ist es aus Sicht von BNP Paribas RE nicht seriös, konkrete Aussagen über zu erwartende Auswirkungen auf die Immobilienmärkte zu treffen. Geschäftsführer Christoph Scharf nahm dennoch zu einigen grundsätzlichen Fragen Stellung. 

 

Die Coronakrise wird Auswirkungen auf die Nutzermärkte haben, sodass mit rückläufigen Flächenumsätzen zu rechnen ist. In welchem Umfang und über welchen Zeitraum ist ungewiss. Auch wenn einzelne Assetklassen aufgrund der beschlossenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens kurzfristig stark im Blickpunkt stehen, lassen sich auch für diese Assetklassen mittel- und langfristige Auswirkungen noch nicht sicher vorhersagen.

Auf den Investmentmärkten werden Core-Objekte, vor allem mit langen Walts sehr bonitätsstarker Mieter, kurzfristig noch stärker in den Blickpunkt der Investoren rücken. In welchem Umfang die Coronakrise die Preisfindung beeinflussen wird, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Die übergeordneten Trends, von denen die Investmentmärkte in den letzten Jahren profitiert haben, dürften auch mittel- bis langfristig weiter Gültigkeit haben. Hierzu gehören u. a. tendenziell steigende Nutzernachfrage aufgrund fortschreitender Digitalisierung und steigende Anforderungen der Beschäftigten, ein günstiges Finanzierungsumfeld, wenig Anlagealternativen mit vergleichbarem Chancen-/Risikoprofil aufgrund des Niedrigzinsumfelds.

Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland ein sicherer Hafen. Das entscheidende Zeitfenster für die weitere Ausbreitung/Eindämmung/Entwicklung der Coronakrise sind laut Aussage vieler medizinischer Experten mindestens die nächsten drei bis vier Wochen. Erst danach können aus heutiger Sicht voraussichtlich erste validere Einschätzungen zumabschließenden Verlauf der Pandemie getroffen werden.

 

Erst dann, also im Laufe des zweiten Quartals 2020, liegt vermutlich eine etwas breitere Daten- und Erfahrungsbasis vor, mit der erste Einschätzungen und Szenarien zu den mittel- und langfristigen Auswirkungen auf die deutschen Immobilienmärkte auf seriöser Basis erarbeitet werden können.

Erstellt von Christoph Scharf