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Die Markthalle in Gelsenkirchen-Buer steht vor einem Neuanfang. Nach Jahren des Leerstands und zunehmender Verwahrlosung gibt es nun konkrete Vereinbarungen, einen verlässlichen Investor und einen klaren Plan, wie eines der markantesten Gebäude der Buerschen Innenstadt wiederbelebt werden soll.
Einst war die Markthalle ein lebendiger Treffpunkt. Sie verband Einkaufen, Gastronomie und Nachtleben auf einzigartige Weise. Das „Kronski“, eine Mischung aus Restaurant und Bar, galt weit über die Stadtgrenzen hinaus als Kultort – ein Symbol für das pulsierende Nachtleben in Buer. Doch in den vergangenen Jahren verfiel das Gebäude zunehmend, die Fenster blieben dunkel, die Türen verschlossen. Was früher als städtebauliches Aushängeschild galt, wurde zum Schandfleck mitten im Zentrum.
Mit dem Einstieg der Somplatzki Immobilien GmbH aus Marl soll sich das nun ändern. Das familiengeführte Unternehmen hat das Gebäude nach der Insolvenz der früheren Eigentümergesellschaft erworben und sich gegenüber der Stadt zu einer umfassenden Sanierung verpflichtet. Ursprünglich hatte die Stadt Gelsenkirchen ein Vorkaufsrecht, verzichtete aber bewusst darauf, um dem privaten Investor den Weg freizumachen. Am 16. Oktober 2025 wurde die Entscheidung offiziell bekannt gegeben.
Die Somplatzki-Brüder, die das Unternehmen gemeinsam führen, planen eine Mischung aus Einzelhandel und Gastronomie, die an die erfolgreiche Vergangenheit der Markthalle anknüpfen, zugleich aber neue Impulse setzen soll. Das Erdgeschoss soll künftig wieder belebt sein – ein Lebensmittelmarkt steht nach Angaben des Unternehmens bereits in Aussicht, konkrete Gespräche laufen mit einer großen Supermarktkette. Wenn alles nach Plan verläuft, könnte schon im kommenden Jahr der erste Mieter einziehen.
Die Investoren haben für den Kauf der Immobilie rund 2,5 Millionen Euro gezahlt. Weitere zwei bis zweieinhalb Millionen sollen in die Sanierung und den Umbau fließen. Ziel ist, innerhalb von vier Jahren das Projekt vollständig abzuschließen. Dabei will die Stadt Gelsenkirchen das Vorhaben aktiv begleiten, etwa bei der Genehmigungsplanung und der Koordination städtebaulicher Belange. Öffentliche Fördermittel sind jedoch nur eingeschränkt möglich, da es sich um ein privates Investorenprojekt handelt.
Für Marius Somplatzki, einen der Geschäftsführer, ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Die Familie stammt aus dem benachbarten Herten, die Verbindung zur Region ist eng. Er selbst kennt die Markthalle seit seiner Jugend, hat dort gefeiert und Freunde getroffen. Nun wolle man dem Gebäude wieder den Platz im Stadtbild zurückgeben, den es einst hatte – als belebter Treffpunkt für die Menschen in Buer.
Die Wiederbelebung der Markthalle gilt auch aus städtebaulicher Sicht als wichtiger Impuls. Sie markiert den Eingang zur Hochstraße und liegt im zentralen Bereich des Buerschen Zentrums, das die Stadt in ihrem Leitplan ausdrücklich als hochwertigen Einzelhandelsstandort beschreibt. Eine funktionierende Mischung aus Nahversorgung, Gastronomie und Aufenthaltsqualität könnte nicht nur die Innenstadt stärken, sondern auch neue Besucher anziehen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die neue Markthalle bereits 2026 ihre Türen wieder öffnen. Sie soll kein reines Einkaufszentrum werden, sondern ein lebendiger Ort, an dem Menschen einkaufen, essen, feiern und sich begegnen. Damit könnte aus einem Sorgenkind ein neues Wahrzeichen werden – ein Symbol für Aufbruch und Zusammenhalt im Herzen von Buer.
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