Cookie-Einstellungen

Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.

Informationen zum Datenschutz

27. Januar 2026

Nach schwierigem Jahr: Verhaltener Optimismus beim NRW-Handel

JEDER ZWEITE BETRIEB VERZEICHNETE IN 2025 UMSATZRÜCKGÄNGE
Nach einem schwierigen Jahr hofft der Einzelhandel in NRW auf eine Erholung des Konsumklimas.
Foto: Pixabay / wal_172619

Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen (HV NRW) hat seine Jahresbilanz für 2025 sowie einen Ausblick auf das Jahr 2026 vorgestellt. Grundlage sind die Ergebnisse einer landesweiten Händlerbefragung, die ein wirtschaftlich anspruchsvolles Jahr für den NRW-Einzelhandel widerspiegeln. Trotz weiterhin ausgeprägter Kaufzurückhaltung zeigen sich erste Anzeichen einer allmählichen Beruhigung der Verbraucherstimmung.

Rund 49 Prozent der befragten Händlerinnen und Händler meldeten im Jahr 2025 geringere Umsätze als im Vorjahr. Etwa ein Drittel konnte die Umsätze auf Vorjahresniveau halten, während knapp 19 Prozent Umsatzsteigerungen erzielten. Insgesamt ergibt sich damit ein differenziertes Bild, das die Anpassungsfähigkeit vieler Betriebe verdeutlicht. Dennoch zeigen sich 57 Prozent der Unternehmen mit ihrer Umsatzentwicklung unzufrieden oder sehr unzufrieden. „2025 war für viele Händlerinnen und Händler ein Jahr des Durchhaltens – nicht des Aufholens“, fasst Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW, die Ergebnisse zusammen.

Unzufrieden mit Weihnachtsgeschäft

Auch das Weihnachtsgeschäft 2025 blieb vielfach hinter den Erwartungen zurück. 56 Prozent der Betriebe bewerteten die Weihnachtssaison schlechter oder viel schlechter als im Vorjahr, rund 61 Prozent zeigten sich entsprechend unzufrieden oder sehr unzufrieden mit dem Ergebnis. „Wenn selbst das Weihnachtsgeschäft nicht mehr für ausreichend Umsätze sorgt, ist das ein deutliches Warnsignal“, so Radau. Gleichzeitig verweist der Verband auf einzelne positive Beispiele: Betriebe mit klaren Sortimentsprofilen, hoher Servicequalität und starker Kundennähe konnten auch im Weihnachtsgeschäft Impulse setzen. „Dort, wo Profil, Qualität und Kundennähe stimmen, bleibt der stationäre Handel wettbewerbsfähig.“

Stimmung hellt sich auf

Zum Jahresbeginn 2026 signalisiert das aktuelle HDE-Konsumbarometer eine leichte Aufhellung der Verbraucherstimmung, auch wenn die tatsächliche Kaufbereitschaft weiterhin verhalten bleibt. In Nordrhein-Westfalen bewerten rund 63 Prozent der befragten Händlerinnen und Händler die Auswirkungen der politischen und weltwirtschaftlichen Lage auf das Einkaufsverhalten ihrer Kundschaft als hoch oder sehr hoch. „Die Verunsicherung ist noch spürbar, aber die Stimmung scheint sich langsam und hoffentlich nachhaltig aufzuhellen. Das Vertrauen in die Zukunft kehrt zurück“, erklärt Radau. Vertrauen sei eine zentrale Voraussetzung für eine Wiederbelebung des Konsums. Solange Kosten stiegen, politische Entscheidungen unklar blieben und Zukunftsängste dominierten, bleibe Zurückhaltung an der Kasse die Regel.

Steigende Umsätze erhofft

Der Ausblick auf das Jahr 2026 fällt insgesamt zurückhaltend aus. 55 Prozent der Unternehmen erwarten eine stagnierende wirtschaftliche Entwicklung, 28 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung, lediglich 17 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Etwas positiver gestalten sich die Umsatzerwartungen: Rund ein Drittel der Befragten rechnet mit steigenden Umsätzen, ein weiteres Drittel mit konstanten Erlösen, während 30 Prozent Umsatzrückgänge erwarten. Ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Lage sind zudem die Investitionspläne der Unternehmen. Trotz begrenzter finanzieller Spielräume planen 24 Prozent der Betriebe konkrete oder noch unkonkrete Investitionen. Diese sollen vor allem in die allgemeine Modernisierung, Digitalisierung, Energieeffizienz und den Ladenbau fließen.

Größte Herausforderungen

Als größte Herausforderungen für das Jahr 2026 nennen die Unternehmen weiterhin die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher, hohe Bürokratiebelastungen, die Entwicklung des Mindestlohns, steigende Preise, den Attraktivitätsverlust der Innenstädte sowie zunehmende Energiekosten. Auch Ladendiebstahl wird zunehmend als ernstzunehmendes Problem wahrgenommen. „Der Einzelhandel ist bereit, seinen Beitrag zur Belebung der Städte und zur wirtschaftlichen Stabilität zu leisten“, betont Radau. „Dafür braucht es jedoch verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und gezielte Unterstützung durch Politik und Kommunen. Dann kann der Handel auch in herausfordernden Zeiten Zuversicht und Perspektiven schaffen.“

ANZEIGE

Unsere Werbepartner

Impressum Datenschutz Cookie-Einstellungen Über uns

HANDELSIMMOBILIEN HEUTE (HIH) ist ein Nachrichten- und Serviceportal für die gesamte Handelsimmobilienbranche in Zusammenarbeit mit renommierten Verbänden und Instituten.