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Der Warenhauskonzern Galeria steht erneut vor einer entscheidenden Phase seiner Restrukturierung. An acht Standorten verhandelt das Unternehmen derzeit mit Vermietern über deutlich niedrigere Mietkonditionen. Kommt es nicht zu einer Einigung, könnten weitere Filialschließungen folgen.
Betroffen sind Häuser in München am Rotkreuzplatz, in Berlin am Kurfürstendamm und Hermannplatz, in Köln an der Hohen und Breiten Straße sowie Standorte in Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. Die Mietverträge dieser Filialen laufen mittelfristig aus, weshalb bereits Gespräche mit den jeweiligen Immobilieneigentümern aufgenommen wurden. Das Unternehmen betont, dass es grundsätzlich an allen Standorten festhalten möchte. Voraussetzung sei jedoch ein wirtschaftlich tragfähiges Modell. Sollte es nicht gelingen, mit den Vermietern eine langfristige Lösung zu finden, schließt der Konzern Filialschließungen ausdrücklich nicht aus.
Als Hintergrund gibt Galeria die weiterhin schwierige Lage im stationären Einzelhandel an. Steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und sinkende Besucherzahlen setzen insbesondere großflächige Warenhäuser unter Druck. Fixkosten wie hohe Innenstadtmieten lassen sich bei rückläufigen Umsätzen nur schwer kompensieren. Für viele Städte haben die Gespräche eine erhebliche Bedeutung. Galeria-Filialen gelten häufig als zentrale Frequenzbringer in Innenstädten. Ein Wegfall solcher Ankermieter könnte zusätzliche Leerstände verursachen und den Strukturwandel im Einzelhandel weiter beschleunigen. Die aktuellen Verhandlungen stehen zudem im Kontext der jüngsten Unternehmenssanierung. Anfang 2024 hatte Galeria zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre Insolvenz angemeldet. In der Folge wurden neun Warenhäuser geschlossen und das Filialnetz verkleinert. Heute betreibt das Unternehmen noch 83 Häuser in Deutschland.
Seit dem Neustart gehört der Konzern der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners sowie einer Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz. Ziel der neuen Eigentümer ist eine strategische Neuausrichtung mit stärker fokussierten Sortimenten, profitableren Standorten und einer engeren Verzahnung von Online- und Filialgeschäft. Ob die aktuellen Mietverhandlungen zu einem neuen Modell für innerstädtische Handelsimmobilien werden oder weitere Kaufhäuser schließen müssen, dürfte sich in den kommenden Monaten entscheiden. Klar ist bereits jetzt: Der Ausgang der Gespräche hat Signalwirkung weit über Galeria hinaus.
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