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Ein Jahr nach dem Neustart der traditionsreichen Warenhauskette Galeria zieht das Unternehmen eine vorsichtig positive Bilanz. Nach dem Ende des Insolvenzverfahrens im Juli 2024 übernahmen neue Eigentümer – seither läuft der Umbau auf Hochtouren.
„83 Filialen arbeiten profitabel – ein großer Erfolg“, so eine Unternehmenssprecherin. Eine erneute finanzielle Schieflage sei nicht absehbar, das Fundament sei stabil. Weitere Schließungen seien aktuell nicht geplant.
Trotz positiver Signale ist der Weg aus der Krise noch lang. Anfang 2024 hatte Galeria bereits zum dritten Mal binnen vier Jahren Insolvenz angemeldet. Neun Standorte wurden geschlossen. Seitdem gehört das Unternehmen einer US-Investmentgesellschaft und einem deutschen Unternehmerkonsortium. Umsatzziele von 2,5 Milliarden Euro gelten inzwischen als mittelfristige Vision. Konkrete Zahlen werden nicht veröffentlicht, doch intern zeigt man sich zufrieden: Die Entwicklung liege über den Erwartungen. Im schwierigen Marktumfeld, geprägt von Konsumzurückhaltung, sei das keine Selbstverständlichkeit. Branchenweit erwartet man 2025 stagnierende Umsätze im stationären Handel.
Dennoch blieb der Neustart nicht ohne Rückschläge. Der damalige Vorstandschef Olivier Van den Bossche verließ das Unternehmen im Frühjahr. Seine Nachfolger Tilo Hellenbock und Christian Sailer sollen den eingeschlagenen Kurs fortführen. Die Zentrale zieht derzeit von Essen nach Düsseldorf um. Neue Impulse sollen Kooperationen mit Marken wie Decathlon, Lidl, Snocks und Copenhagen Studios bringen – insbesondere zur Ansprache jüngerer Zielgruppen. Auch die Modernisierung der Filialen läuft: 20 Standorte wurden nach Abgaben von dpa bereits umgebaut, weitere vier folgen 2025. Ziel sind fünf bis zehn Modernisierungen pro Jahr. Über Investitionssummen schweigt das Unternehmen.
Handelsexperten mahnen zur Eile. Der Investitionsstau sei groß, attraktive Einkaufserlebnisse fehlten oft. Pro Filiale seien rund 20 Millionen Euro nötig, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Trotz aller Herausforderungen ist das Warenhaus für viele weiterhin ein fester Bestandteil der Innenstadt. Eine Umfrage zeigt: 81 Prozent der Bevölkerung sehen darin ein wichtiges Element des urbanen Lebens. Das birgt Chancen – wenn es gelingt, die Kundschaft dauerhaft zurückzugewinnen.
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