Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Die Deko-Handelskette DEPOT ist erneut in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Betreibergesellschaft GDC Deutschland GmbH hat beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das bestätigte eine Sprecherin des Gerichts.
Geschäftsführer Christian Gries kündigte an, das Unternehmen umfassend sanieren zu wollen. Ziel sei, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und möglichst viele Standorte zu erhalten. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und möglichst viele Filialen erhalten“, sagte Gries. Als Ursachen für die erneute Krise nannte die Unternehmensführung unter anderem die schwache Konsumstimmung, steigenden Wettbewerbsdruck durch internationale Onlineplattformen wie Temu sowie Belastungen durch Zölle. Viele Verbraucher achteten derzeit besonders stark auf niedrige Preise, erklärte Gries. Dauerhafte Preisnachlässe seien jedoch kein tragfähiges Geschäftsmodell für profitablen Einzelhandel.
Weitere Filialschließungen gelten als wahrscheinlich. Eine konkrete Zahl nannte das Unternehmen bislang nicht. Nach Angaben von Gries sollen nun sämtliche Standorte überprüft und Gespräche mit Vermietern geführt werden. Zudem plane DEPOT eine Anpassung seines bisherigen Geschäftskonzepts. Das Amtsgericht hat bereits die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Thomas Rittmeister bestellt. Bei einer Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung weiterhin im Amt und führt das Unternehmen unter gerichtlicher Aufsicht selbst.
DEPOT mit Sitz im unterfränkischen Großostheim hatte bereits 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. In der Folge wurden zahlreiche Filialen geschlossen. Aktuell betreibt die Kette nach Unternehmensangaben noch mehr als 150 Geschäfte bundesweit. Vor wenigen Jahren lag die Zahl der Standorte noch bei rund 400.
Die Schwierigkeiten von DEPOT stehen exemplarisch für die angespannte Lage im deutschen Einzelhandel. Viele Händler leiden unter zurückhaltendem Konsumverhalten, gestiegenen Kosten und wachsender Konkurrenz aus dem Onlinehandel. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts sieht inzwischen jeder sechste Einzelhändler seine wirtschaftliche Existenz bedroht. Im April stuften 17,4 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lage als existenzgefährdend ein – ein Höchstwert.
Impressum Datenschutz Cookie-Einstellungen Über uns
HANDELSIMMOBILIEN HEUTE (HIH) ist ein Nachrichten- und Serviceportal für die gesamte Handelsimmobilienbranche in Zusammenarbeit mit renommierten Verbänden und Instituten.