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25. Juli 2025

Chinesischer Online-Riese erwägt Übernahme von MediaMarkt und Saturn

EUROPAS ELEKTRONIKMARKT IM WANDEL
Sind MediaMarkt und Saturn bald in chinesischer Hand?
Foto: nmann77 / Adobe Stock

Die Elektronikhandelsketten MediaMarkt und Saturn könnten bald in chinesische Hände geraten. JD, einer der größten Online-Händler Chinas, befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Düsseldorfer Holding Ceconomy. Eine Übernahme würde den chinesischen Konzern auf einen Schlag zu einem bedeutenden Akteur im europäischen Elektronikmarkt machen.

In einem möglichen Wendepunkt für den europäischen Elektronikhandel stehen MediaMarkt und Saturn vor einem Eigentümerwechsel. Die Düsseldorfer Holding Ceconomy, die die beiden bekannten Ketten betreibt, bestätigte kürzlich, dass Gespräche mit dem chinesischen Online-Giganten JD.com auf einem fortgeschrittenen Stand sind. Dabei erwägt JD, den Aktionären von Ceconomy je 4,60 Euro pro Stammaktie anzubieten – ein Angebot, das leicht über dem aktuellen Aktienkurs von 4,29 Euro liegt.

Obwohl noch keine verbindlichen Verträge unterzeichnet wurden, kursieren die Gerüchte um eine mögliche Übernahme bereits seit längerem. Für JD.com wäre der Deal eine strategische Expansion in Europa, da das Unternehmen damit Zugriff auf einen der größten Online-Shops für Elektronikartikel in Europa sowie auf ein Netz von etwa 1.000 Filialen in mehreren Ländern erhalten würde. Bei den beiden Ketten sind rund 50.000 Mitarbeitende beschäftigt.

Der Großaktionär von Ceconomy, die Gründerfamilie Kellerhals, hält über ihr Finanzvehikel Convergenta knapp 30 Prozent der Anteile und gilt als Schlüsselfigur bei einer möglichen Übernahme. Bisher äußerten sich weder die Familie Kellerhals noch die Duisburger Holding Haniel, die ebenfalls Anteilseigner sind. Rund 36,3 Prozent der Anteile befinden sich im Streubesitz, was die Verhandlungen zusätzlich komplex macht.

Ceconomy erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 22,4 Milliarden Euro, davon flossen 5,1 Milliarden Euro durch das Online-Geschäft. Nach dem Wechsel des bisherigen Chefs Karsten Wildberger, der im April ins Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz wechselte, übernimmt Interims-Chef Kai-Ulrich Deissner die Leitung.

JD.com, als bedeutender Konkurrent von Alibaba und Amazon, versucht angesichts schwankender Konsumlaune in China, seine Präsenz in Europa auszubauen. Bereits in Großbritannien prüfte JD Zukäufe, etwa bei dem Elektronikhändler Currys, doch bislang blieben diese Gespräche ergebnislos. Mit der Übernahme von MediaMarkt und Saturn könnte JC  sein europäisches Netzwerk erheblich erweitern und so seine globale Wachstumsstrategie vorantreiben.

Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Schritt im internationalen Elektronikhandel und könnte die Marktlandschaft in Europa nachhaltig verändern. Ob die Übernahme tatsächlich zustande kommt, bleibt abzuwarten – fest steht jedoch, dass chinesische Investoren zunehmend Interesse an europäischen Einzelhandelsunternehmen zeigen.

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