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16. März 2026

BTE verschärft Kritik an Temu und Shein

VERBAND SIEHT MODEHANDEL DURCH PLATTFORMEN AUS DRITTSTAATEN BENACHTEILIGT
Die Billig-Flut aus Fernost ist dem deutschen und europäischen Einzelhandel ein Dorn im Auge.
Foto: Pixabay / Franz Bachinger

Der stationäre Modehandel steht infolge anhaltender Konsumzurückhaltung, dauerhaft hoher Energiepreise und einer stetig wachsenden Bürokratielast bereits unter erheblichem Druck. Hinzu treten zunehmende Wettbewerbsverzerrungen durch Onlineplattformen aus Drittstaaten, die sich systematisch und folglich ganz bewusst der Einhaltung europäischer Produkt-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards entziehen. Der regelkonform arbeitende Handel bleibt damit schutzlos zurück und wird faktisch von Politik und Aufsichtsbehörden im Stich gelassen, klagt der BTE.

Doch ist die Sachlage laut des Verbandes seit Langem eindeutig. Zahlreiche Untersuchungen und Recherchen belegen fortlaufend, dass über Plattformen wie Temu und Shein Textilien, Schuhe und Accessoires mit erhöhten Konzentrationen gesundheitsgefährdender Chemikalien innerhalb der EU in Verkehr gebracht werden. Aktuelle Untersuchungen des Bremer Umweltinstituts zeigen, dass 25 von 31 geprüften textilen Produkten die Grenzwerte der EU-Chemikalienverordnung REACH überschritten. Bereits 2025 hatte die Stiftung Warentest auf mangelhafte Produkte hingewiesen, die nicht den geltenden EU-Standards entsprechen.

Erhebliche Verstöße

„Es ist eine Farce, wenn Plattformen wiederholt Lippenbekenntnisse zur Einhaltung europäischer Produktstandards abgeben, während gleichzeitig erhebliche systematische Verstöße festgestellt werden“, äußert BTE-Präsident Mark Rauschen. Denn trotz wiederholter öffentlicher Kritik reagieren Onlineplattformen wie Temu und Shein erst nach dem Aufdecken erheblicher Produktmängel und unter öffentlichem Druck. „Dies ist ein Zustand, der nicht länger hingenommen werden kann – die Grenze ist überschritten, und es stellt sich die Frage, wie oft solche Zusagen noch folgenlos bleiben sollen“, so Rauschen.

Kein verlässlicher Schutz

Die von den Plattformen mitunter angeführten Hinweise, beanstandete Produkte weltweit von ihren Verkaufsportalen entfernt zu haben, sowie die vermeintlichen Zusicherungen einer Stärkung der Mechanismen zur Durchsetzung von EU-Produktstandards bleiben aus Sicht des BTE völlig wirkungslos. „Ein Geschäftsmodell, das ausschließlich nach öffentlichem Druck reagiert, kann keinen verlässlichen Verbraucher-, Gesundheits- sowie Umweltschutz – entsprechend den hohen EU-Standards – gewährleisten.“

Konsequente Kontrollen gefordert

Vor diesem Hintergrund begrüßt der BTE, dass die Europäische Kommission nach dem Skandal um rechtswidrige Produkte auf der Plattform Shein Konsequenzen gezogen hat. „Mit der Einleitung eines Verfahrens auf Grundlage des Digital Services Act wird das notwendige Signal gesetzt. Gleichwohl handelt es sich dabei nicht um einen Selbstläufer“, so Rauschen. Aus Sicht des BTE sind nun konsequente Kontrollen bei der Einfuhr von Waren auf den EU-Markt und damit eine deutlich stärkere Marktüberwachung sowie die Schließung bestehender Regulierungs- und Vollzugslücken sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zwingend erforderlich. Vor diesem Hintergrund setzte sich der BTE bereits für die frühzeitige Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze ein und fordert nun eine schnelle und konsequente Umsetzung ohne Ausnahmen.

Berlin und Brüssel am Zug

Unabdingbar sei ein echtes Level Playing Field für alle Marktteilnehmer. Die Geschäftspraktiken einzelner Plattformen wirken sich im gleichen Maße auf Handel, Hersteller und weitere Wirtschaftsakteure aus, wie vor allem der Handelsverband Deutschland (HDE) in den letzten Monaten deutlich machte. HDE-Präsident Alexander von Preen hat wiederholt betont, dass fairer Wettbewerb nur dann möglich sei, wenn Anbieter wie Temu und Shein bei Verstößen gegen europäische Gesetze konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Aus Sicht des BTE sind folglich Berlin und Brüssel nun am Zug, Handel und Verbraucher endlich zu schützen.

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