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Der bekannte deutsche Herrenausstatter Theo Wormland steht nach monatelangen Sanierungsversuchen vor dem endgültigen Aus. Das Amtsgericht Osnabrück hat soeben das Insolvenzverfahren eröffnet und den Beschluss des vorläufigen Gläubigerausschusses bestätigt, das Geschäft abzuwickeln.
Wormland, einst mit Filialen in vielen deutschen Innenstädten vertreten, konnte trotz intensiver Bemühungen keine tragfähige Rettung erreichen. In den letzten Wochen war ein Investorenprozess unter Leitung des vorläufigen Insolvenzverwalters Stephan Michels und der Beratung von Dr. Wieselhuber & Partner gelaufen. Zwar gingen mehrere Angebote ein, doch scheiterten alle Verhandlungen letztlich an einer ungelösten Situation mit den Vermietern der Ladenflächen. Keine der potenziellen Käufergruppen konnte sich mit den Eigentümern über die Übernahme einzelner oder aller Mietverträge einigen.
Die Entscheidung zur Abwicklung bedeutet, dass die noch bestehenden Filialen dauerhaft geschlossen werden. In Hannover und Oberhausen sollen die Geschäfte lediglich noch kurzfristig für Ausverkäufe geöffnet bleiben, bevor auch dort der Betrieb endet. Alle übrigen Standorte – darunter bedeutende Geschäfte in Hamburg, Bochum, Dortmund, Berlin und München – verriegeln endgültig ihre Türen.
Das seit 2024 wiederholt vor Insolvenz stehende Unternehmen hatte erst im Sommer 2024 ein zuvor eröffnetes Verfahren erfolgreich beendet und konnte mit Unterstützung des Osnabrücker Modehauses Lengermann & Trieschmann (L&T) einen Neustart vollziehen. Doch trotz dieser Übernahme und weiterer Restrukturierungsmaßnahmen blieb Wormland wirtschaftlich angeschlagen. Die anhaltende Kaufzurückhaltung im klassischen Modehandel und besonders im Segment der Herrenmode wurde immer wieder als zentrale Ursache für die erneute Schieflage benannt.
Die aktuellen Schließungen treffen nicht nur die Beschäftigten, sondern führen auch zu spürbaren Einschnitten in den Innenstädten. So verliert etwa die Europa Passage in Hamburg einen ihrer Ankermieter, während andere Einkaufszentren und Stadtzentren Filialen des Unternehmens räumen müssen. In Insolvenzkreisen gilt die gescheiterte Rettung nicht nur als Verlust eines Unternehmens mit fast neun Jahrzehnten Marktpräsenz, sondern auch als Indikator für die schwierige Lage des stationären Modehandels insgesamt. Hohe Mieten in Toplagen, steigende Betriebskosten und ein sich veränderndes Kaufverhalten der Kunden belasten viele traditionelle Händler. Offizielle Stellungnahmen von der Unternehmensführung oder vom Investor L&T lagen zum Redaktionsschluss nicht vor. Gespräche über mögliche Übernahmen einzelner Standorte könnten theoretisch fortgeführt werden, sind jedoch an neu zu verhandelnde Mietverträge gebunden und derzeit keineswegs gesichert.
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