Klimawandel und Energiekosten – Interview mit Steffen Beine (Deputy Gerneral Manager Sierra Germany)

Steffen Beine. Foto: Sierra
Lichthof QUARREE Wandsbek. Foto: Sierra
Außenbereich ALEXA in Berlin. Foto: Sierra

Der nachhaltige Betrieb von gewerblichen und Wohnimmobilien steht für Eigentümer und Investoren zunehmend im Fokus – sei es bei der Auswahl ihrer Dienstleister oder bei der Bewertung ihrer Portfolios. Gründe für die neue Dringlichkeit sind neben dem Klimawandel nun auch knappe Ressourcen und steigende Energiekosten. HI HEUTE führte dazu ein Interview mit Steffen Beine, Deputy General Manager der Sierra Germany GmbH.

 

HI HEUTE: Sie bieten im Rahmen des Property Managements auch Nachhaltigkeits-Dienstleistungen an. Ist das ein neuer Trend?

Steffen Beine: Ja, die Nachfrage danach steigt. Wir führen kaum noch ein Gespräch mit Investoren und Eigentümern, in dem das Thema Nachhaltigkeit nicht ganz oben auf der Agenda steht. Kein Thema hat mehr Konjunktur als dieses. Wir sehen Nachhaltigkeit allerdings nicht als Trend, sondern als Verpflichtung. So haben wir gerade beschlossen, die Klimaziele der Europäischen Union in unserem Bereich zehn Jahre früher als verlangt zu realisieren: bis 2040 möchten wir Klimaneutralität erreichen.

HI HEUTE:  Spielen neben der Klimakrise auch die geänderten politisch-wirtschaftlichen Bedingungen eine Rolle bei der Nachfrage nach Nachhaltigkeitsdienstleistungen?

Steffen Beine: Auf jeden Fall, denn die aktuellen Entwicklungen erhöhen den Handlungsdruck. Verantwortliche Akteure der Immobilienwirtschaft müssen nun nicht nur schnellstmöglich einen klimaneutralen Gebäudebestand anstreben. Nun müssen sie aus Kostengründen den Energieverbrauch ihrer Gebäude zügig und intelligent optimieren. Für große Handelsimmobilien im Bestand gilt ein energie- und ressourcenschonender Betrieb als herausfordernd. Denn diese technisch komplexen Objekte haben vielfältige Anforderungen zu erfüllen und nötige Investitionen sollen sich nach einer angemessenen Zeit rechnen. Die Themen Kosteneinsparungen im Betrieb, kostenbewusster Umgang mit Ressourcen und ESG-konforme Strategien sind auch deswegen drängend.

HI HEUTE:  Sie haben ihr Dienstleistungsgeschäft stark ausgebaut und verwalten viele Immobilien für große Investoren. Müssen Sie dort Abstriche machen, wenn es um Nachhaltigkeit geht?

Steffen Beine: Das Gegenteil ist der Fall. Unsere Expertise in Sachen Nachhaltigkeit ist unter Investoren und Eigentümern stark gefragt. Es ist unser Ziel, dass unsere Auftraggeber und Partner noch viel stärker in Nachhaltigkeitskategorien denken. Denn nur gemeinsam lassen sich die Klimaziele erreichen und die nötigen Kostenoptimierungen erzielen. Wir leisten viel Überzeugungsarbeit und stellen unseren Auftraggebern das gesamte Rüstzeug von ESG-Strategien, Tools bis hin zu Managementsystemen zur Verfügung.

 

Am Ende unserer Nachhaltigkeits-Services stehen die positive Wertentwicklung des Immobilienportfolios, ein verlässliches Compliance Management, ein umsichtiges Risikomanagement, deutliche Kostenoptimierungen und die Realisierung von Wettbewerbsvorteilen durch Nachhaltigkeitsperformance.

Erstellt von tmü