ESG ist mehr als nur ein Trend - zweiter Teil des Gastbeitrags von David Geier und Sascha Kaldewei (Cassini Consulting AG)

Die Arbeit mit einer IoT-Plattform bietet für die Planung und Wartung von Immobilien völlig neue Möglichkeiten. Foto: Cassini

Digitale Services & Geschäftsmodelle werden immer wichtiger für Immobilien im öffentlichen Raum, um auf der einen Seite neue Einnahmequellen zu generieren und auf der anderen Seite Städte & Shopping Center wieder attraktiv für Einwohner nutzbar zu machen.

 

2019 waren wir im Silicon Valley und haben über das Thema Smart City auf der IoT World gesprochen. Als wir mit einem Business Partner aus Los Angeles sprachen, berichtete er von den Veranstaltungen, die den Wohnkomplexen auf den Allgemeinflächen von lokalen Unternehmen und Start-ups aus der Region veranstaltet werden (Aufenthaltsraum, GYM, Pool und Grill-Bereich): Fast alle drei Wochen sponsert der lokale Internetanbieter, diverse TV-Provider oder neue Food Start-ups einen Brunch, ein BBQ oder einen Cocktail-Abend und sorgt dabei für einen hervorragenden Austausch zwischen den Nachbarn und der Community. Diese Veranstaltungen lassen sich mittlerweile über eine Smarte Plattform buchen und verwalten.

Wie lässt sich dieser Ansatz auf Handelsimmobilien übertragen?

Mit Hilfe einer smarten Immobilien-Plattform lassen sich Liegenschaften völlig neugestalten. Als Standard gilt mittlerweile das Erheben von sämtlichen Gebäudedaten durch smarte Sensorik (Internet-of-Things): Strom, Wasser, Raumkapazitäten, Luftqualität sowie die Ablage von monatlichen Abrechnungen in der Cloud für die einzelnen Gewerbemieter. Auf dieser Plattform-Infrastruktur müssen nun neue Geschäftsmodelle und Services aufgebaut werden, so können vorhandene Flächen in Handelsimmobilien oder Shopping-Centern als Co-Working Space eingerichtet werden und so als Alternative zum Home-Office dienen. Unternehmen können so Ihren Mitarbeiter attraktive Arbeitsplätze vor Ort bieten, ohne diverse eigene Offices verwalten zu müssen. Des Weiteren kann über die App das lokale Öko-System gestärkt werden z.B. durch Rabattierungen für die Co-Working-Nutzer auf einen Mittagstisch von nahliegenden Restaurants. Doch nicht nur die neue Arbeitswelt wirkt sich auf die Nutzung aus. Der Aspekt Social aus den ESG Kriterien wird ebenfalls erheblichen Einfluss haben. So können verfügbare Flächen genutzt werden, um als sozialer Treffpunkt zu dienen. Vom lockeren Austausch nach der Arbeit im Co-Working Space bis hin zum Veranstaltungsraum für soziale Projekte und Nachbarschaftsinitiativen. Orchestriert mit wenig Aufwand über die Immobilien-Plattform ist der organisatorische Aufwand binnen Minuten im Self-Service Portal erledigt und die Möglichkeiten Marketing für die Veranstaltung über die angeschlossenen Kanäle zu buchen, gibt es gleich dazu.

Durch das Verknüpfen von der Verwaltung, den Erfassten Gebäude-Daten und einer Funktion zur Mängel-Meldung kann dem Mieter auch ein besserer Service geboten werden z.B. kann der Reparatur- und Facility-Service über einen Mängel-Melder-Chat mit Vernetzung sämtlicher Dienstleister abgebildet werden. Darüber hinaus lassen sich die erhobenen Gebäude-Daten auch als Smarte Services gegenüber dritten nutzen, so kann beispielsweise die Auslastung durch die Buchung von E-Ladestation für Besucher optimiert werden. Datenanalysemodelle helfen hierbei die Nutzungsgewohnheiten der Mieter zu verstehen und so bei minimaler Beeinträchtigung die Auslastung zu erhöhen.

Wie sieht nun der nächste Schritt zur eigenen smarten Immobilien Plattform aus?

Zu empfehlen ist hier als erstes ein „Daten-Assessment“ mit Experten durchzuführen, das beantwortet welche Daten durch Sensorik oder andere Quellen zur Verfügung stehen. Der zweite Schritt ist ein „Service- und Geschäftsmodell-Workshop“, um zu erheben welche Services aufgrund der aktuellen Datengrundlage einfach zu realisieren sind und welche Daten und z.B. „Internet of Things“ Sensorik benötigt wird, um weitere neue Digitale-Geschäftsmodelle zu entwickeln. Als nächstes kann dann eine eigene Plattform mit Experten entwickelt werden.

Sollten Sie am Aufbau Ihrer Lösung arbeiten oder einen Sparringspartner für Ihre Ideen brauchen, stehen Ihnen die Berater von Cassini Consulting gern zur Verfügung.

 

Erstellt von David Geier und Sascha Kaldewei (Cassini Consulting AG)