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Was früher nur ein Parkplatz war, wird heute zunehmend zur strategischen Schnittstelle zwischen Energie, Mobilität und Konsumverhalten. Mit der wachsenden Zahl an Elektrofahrzeugen verändert sich nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Rolle von Flächen, die bislang als reine Stellplätze gedacht waren. Gerade in urbanen Räumen, wo private Lademöglichkeiten Mangelware sind, wird der öffentliche Raum zur entscheidenden Ressource. Besonders dort, wo Mobilität auf hohe Besucherfrequenz trifft – etwa im Umfeld von Einzelhandel und Nahversorgung – birgt die öffentliche Ladeinfrastruktur enormes Potenzial. Und obwohl Bedarf und Interesse kontinuierlich wachsen, bleibt diese Chance vielerorts ungenutzt. Doch wie gelingt dem Handel der Einstieg in die E-Mobilität? Welche Modelle sind wirtschaftlich tragfähig? Und worauf kommt es bei der Umsetzung an?
Der Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur erfordert vor allem Akteure, die nicht nur über geeignete Flächen verfügen, sondern auch ein wirtschaftliches Interesse daran haben, ihre Standorte attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten. Hier kommen vor allem Eigentümer von Handels-, Freizeit- und Versorgungsimmobilien mit eigenen Parkflächen ins Spiel. Sie können Aufenthaltsdauer und Kundenfrequenz sinnvoll mit dem Ladebedarf verknüpfen – und gleichzeitig neue Servicestrukturen aufbauen, die ihnen langfristig Wettbewerbsvorteile sichern.
Spätestens mit dem Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) wird klar: Wer heute Liegenschaften mit Kundenfrequenz betreibt, wird morgen auch Ladeinfrastruktur bereithalten müssen. Die regulatorischen Anforderungen schaffen einen verbindlichen Rahmen, aber auch eine Chance, die Elektromobilität nicht nur zu ermöglichen, sondern aktiv zu gestalten.
Betreiber oder Partner – strategische Weichenstellung
Ein wichtiger erster Schritt besteht darin, zu entscheiden, ob Immobilieneigentümer selbst als Betreiber von Ladestationen aktiv werden und ob sie bereit sind, die je nach Ladesystem hohen Investitionskosten zu tragen. Alternativ besteht die Möglichkeit, Parkflächen an einen externen Betreiber zu verpachten. Der Vorteil: Externe Betreiber verfügen nicht nur über das nötige technische Know-how und Erfahrung im Projektmanagement, sondern übernehmen auch die finanziellen Aufwände. Sie kümmern sich um Genehmigungen, Netzanschlüsse, standardisierte Abrechnungssysteme, Service, Wartung – und sichern den langfristigen Betrieb mit zertifiziertem Ökostrom. So wird das Thema Ladeinfrastruktur zu einem integralen Bestandteil der Standortstrategie der Immobilieneigentümer – ohne das Kerngeschäft zu belasten.
Die Basis: Eine gute Planung
Unabhängig vom gewählten Modell gilt: Ohne fundierte Planung geht es nicht. Standortanalysen, Zukunftsszenarien, rechtliche Anforderungen – wer hier zu kurz denkt, investiert womöglich an der Realität vorbei. Aber wer jetzt vorausschauend handelt, positioniert sich nicht nur als Vorreiter der E-Mobilität – sondern erschließt neue Möglichkeiten an einem Ort, der bislang nur zum Parken gedacht war.
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