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Lebensmittel-Discounter profitieren aktuell von der wirtschaftlichen Lage und steigern ihre Marktanteile. Für Immobilieninvestoren bieten sie in dem stabilen Marktumfeld der Lebensmittelmärkte ein zusätzliches Maß an Resilienz.
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland bleibt herausfordernd, doch der Lebensmitteleinzelhandel hat sich bisher erneut als widerstandsfähig erwiesen. Laut dem Statistischen Bundesamt stiegen die Umsätze im Jahr 2023 um 6,2 Prozent (real minus 3,5 Prozent). Lebensmittel sind unverzichtbare Güter und daher wenig substituierbar, was den Verbrauch stabil hält. Auch langfristig zeigt sich die Branche als krisenfest – Wirtschaftskrisen und die Corona-Pandemie konnten dem Wachstumstrend der letzten Jahrzehnte nichts anhaben.
Während der Grundbedarf an Lebensmitteln stabil bleibt, ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Umdenken im Konsumverhalten zu beobachten. Da sich die Verbraucher mehr Gedanken um ihre finanzielle Sicherheit machen, erhöht sich die Sparquote, und auch beim Lebensmitteleinkauf rückt das Preisbewusstsein stärker in den Fokus. Günstigere Produkte werden tendenziell bevorzugt.
Vor diesem Hintergrund gewinnen insbesondere Lebensmittel-Discounter an Bedeutung. Diese bieten grundsätzlich günstige Produkte und ziehen damit eine preissensible Kundschaft an. Alternativen wie die günstigen Eigenmarken der Vollsortiment-Supermärkte spielen zwar ebenfalls eine Rolle, doch die Discounter haben einen klaren Vorteil: Sie überzeugen mit einem durchgängig niedrigen Preisniveau und einer größeren Auswahl an günstigen Produkten.
Betrachtet man die Umsatzentwicklung der verschiedenen Betriebsformen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, wird der aktuelle Erfolg der Discounter deutlich. Von 2020 bis 2023 verzeichneten diese laut den Berechnungen des EHI Retail Institute ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 16,6 Prozent. Im Vergleich dazu lag das Wachstum über alle Formate hinweg bei lediglich 12,2 Prozent. Auf Basis dieser Zahlen erreichten die Discounter in Deutschland 2023 einen Marktanteil von rund 46,3 Prozent.
Entsprechend konnten die führenden deutschen Discounter 2023 ihre Umsätze deutlich stärker steigern als der Gesamtmarkt. ALDI SÜD, PENNY und Netto erzielten ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum von über 7 Prozent, während Lidl sogar einen Zuwachs von mehr als 9 Prozent verzeichnete.
Die Lebensmittel-Discounter sind fest im Einkaufsverhalten der deutschen Konsumenten verankert. Gemäß Verbraucherbefragungen zählen bei über 80 Prozent der Konsumenten die LEH-Discounter zu den Einkaufsstätten, die sie für den Kauf von Lebensmitteln grundsätzlich aufsuchen – gleichauf mit den klassischen Supermärkten. Ob geplanter Wocheneinkauf, die Bevorratung, die zeitnahe Versorgung oder der Sofortverzehr – der LEH-Discounter deckt die Bedürfnisse der Kunden auf ähnliche Weise ab wie Super- und Verbrauchermärkte, nur mit einem deutlich kleineren Sortiment.
Eine interessante Entwicklung zeigt sich auch in den durchschnittlichen Kassenbons der Kunden. Laut der Preisvergleichs-App Smhaggle4 liegen die durchschnittlichen Einkaufssummen bei den Discountern Lidl (29,77 Euro) und ALDI SÜD (29,15 Euro) beispielsweise deutlich über denen von EDEKA (25,28 Euro) und REWE (23,53 Euro). Dies trotz der Tatsache, dass die Supermärkte ein bis zu zehnmal größeres Sortiment anbieten und einen höheren Anteil an teuren Markenprodukten führen. Dieser Unterschied in den Umsätzen spricht für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Discounter, die mit einem schlankeren Sortiment höhere Warenkörbe erzielen können.
Während Discounter früher oft mit einem „Billigimage“ zu kämpfen hatten, haben sie sich in den letzten Jahren schrittweise neu positioniert. Heute setzen sie verstärkt auf eine ansprechende Gestaltung ihrer Filialen, um den Kunden ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten. Helle LED-Beleuchtung, breitere Gänge für mehr Bewegungsfreiheit und eine übersichtlichere Warenpräsentation sind nur einige der Maßnahmen, die zu einer deutlichen Aufwertung der Aufenthaltsatmosphäre geführt haben. Auch bei der Farbgestaltung und der Auswahl der Materialien in den Filialen orientieren sich viele Discounter mittlerweile an den Standards der Supermärkte.
Darüber hinaus haben auch die Discounter ihr Sortiment gezielt erweitert, um den gestiegenen Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden. Neben einer größeren Auswahl an Frischeprodukten wie Obst und Gemüse sind auch Bio -Produkte, regionale Erzeugnisse und ausgewählte Markenartikel stärker im Angebot vertreten. Diese Erweiterungen tragen dazu bei, dass Discounter heute ein breiteres Publikum ansprechen und ihre Marktstellung weiter ausbauen konnten.
Selbst innovative Konzepte wie Click & Collect gewinnen an Bedeutung. So testet beispielsweise ALDI SÜD an drei Standorten in Mühlheim und Düsseldorf Abholstationen, die den Einkauf für die Kunden noch bequemer machen sollen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Discounter sich immer stärker an den Wünschen einer qualitätsbewussten Kundschaft orientieren, die nicht nur günstige Preise, sondern auch ein angenehmes Einkaufserlebnis sucht.
Bei vielen der erwähnten Optimierungen spielt die Immobilie eine zentrale Rolle. Sie bildet die Grundlage für den Erfolg der Händler und muss entsprechend weiterentwickelt werden, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Komfortable Parkplätze, barrierefreie Zugänge und moderne Gebäude sind für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts unerlässlich. Hier sind die Immobilienbesitzer bzw. Asset Manager gefragt, die Objekte in enger Zusammenarbeit mit den Mietern kontinuierlich zu optimieren.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Einhaltung von ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance), die für viele Investoren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Maßnahmen wie die Installation von Photovoltaikanlagen oder die energetische Sanierung können nicht nur die Nachhaltigkeit der Immobilie verbessern, sondern auch die langfristige Rentabilität erhöhen.
Für Immobilieninvestoren, die auf der Suche nach langfristig stabilen Renditen sind, bieten Lebensmittel-Discounter eine hervorragende Option, ihr Portfolio zu diversifizieren und gleichzeitig von der anhaltend hohen Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel zu profitieren. Gegenüber größeren Betriebsformen wie etwa Verbrauchermärkten oder Supermärkten sind Lebensmittel-Discounter nochmals resilienter. Lebensmittel-Discounter eignen sich sowohl als Stand-Alone-Investments an verkehrsgünstigen Standorten als auch als Ankermieter bei größeren Handelsansiedlungen, in denen sie Synergien mit den Vollsortimentern des Lebensmitteleinzelhandels versprechen. Ihr Erfolg ist nicht nur auf die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen, sondern auch auf die Fähigkeit, sich kontinuierlich an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen.
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