Thomas Mark, President MK Illumination, im Interview mit HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller

Thomas Mark auf dem MK-Stand der letzten Christmasworld vor dem Panther. Foto: HI HEUTE
Thomas, Marie und Klaus Mark vor dem MK-Stand auf der letzten Christmasworld. Foto: HI HEUTE

Das österreichische Unternehmen MK Illumination, vor 23 Jahren in Innsbruck gegründet, hat sich inzwischen zum Weltmarktführer im Bereich festlicher Lichtinszenierungen entwickelt. Die Firma rund um die Familie Mark ist mit knapp 40 Niederlassungen in über 120 Ländern global engagiert und verbindet so ihr internationales Knowhow mit jeweils lokalem Wissen. Viel beachtet war auch dieses Jahr wieder der große Stand auf der Fachmesse Christmasworld, der diesmal unter dem Leitthema „Experience the Extraordinary“ stand. Über das Außergewöhnliche und vieles andere sprach HI HEUTE-Chefredakteur Thorsten Müller mit Thomas Mark.

 

HI HEUTE: Wie macht man in Ihrem Business das Gewöhnliche zum Außergewöhnlichen?

Thomas Mark: Wir müssen die zu belebenden Räume mit einem „kuratierten Erlebnis“ füllen. Darunter verstehe ich ein kreativ entwickeltes Gesamtkonzept, welches sich aus mehreren Schichten sorgfältig ausgewählter Elemente zusammensetzt, die die Besucher in einer Reihe von unterschiedlichen Formaten genießen können. Das kann analog, digital oder interaktiv erfolgen – und alle Sinne ansprechen. So entsteht eine emotionale Reaktion in Form echter Glücksmomente. Genau das wollen wir erreichen!

HI HEUTE: Wo und wie genau generieren Sie diese kuratierten Erlebnisse? 

Thomas Mark: Natürlich in Shopping Centern, aber mit kuratierten Erlebnissen steigert man definitiv auch die Attraktivität von Städten und Gemeinden, Bahnhöfen, Flughäfen oder Freizeitparks.

HI HEUTE: Was sind bei Ihnen die vielversprechendsten Neuheiten?

Thomas Mark: Licht, Design, Kreativität und Innovation sind für uns unmittelbar miteinander verbunden. Um kontinuierlich Menschen aktiv zu beteiligen, kreieren wir nicht nur außergewöhnliche Lichtinstallationen. Wir verfolgen stets das Ziel, unsere Grenzen zu erweitern, neue Technologien einzusetzen und zunehmend auch Interaktivität in unsere Konzepte zu integrieren. Anders ausgedrückt: Wir kombinieren Licht mit allen möglichen anderen Sachen (zum Beispiel mit Swarovski-Kristallen oder mit Fiberglas-Elementen) und schaffen so daraus – und meist noch in animierter Form - einzigartige Kunstwerke. Die Kreativität unserer internationalen Designer hat hier in der Tat Außergewöhnliches zum Vorschein gebracht.

HI HEUTE: Nennen Sie uns doch mal ein Beispiel solch kunstvoller Umsetzungen.

Thomas Mark: Kunst ist für uns praktisch ein Ganzjahresthema, weil wir ja sonst sehr saisonal unterwegs sind mit der festlichen Beleuchtung. Wir haben in diesem Bereich zum Beispiel in Shanghai ein sehr interaktives Projekt realisiert: Da haben wir 1.000 Origami-Vögel gefaltet und auf einen hohen Baum gesetzt. Die größeren leuchten von innen heraus, andere glitzern, wenn sie angestrahlt werden. Je mehr Menschen zu dem Baum hingehen und sich darum herumbewegen, umso mehr fängt es zu zwitschern an. Das funktioniert über Sensoren, die messen, wie viele Leute da sind, und mithilfe einer Software wird das Licht intensiver und das Zwitschern lauter, wenn mehr Leute da sind. So etwas ist besonders interessant für uns, weil wir hier Sachen machen können, wo uns im Bereich festliche Beleuchtung die Hände gebunden sind. Aber noch etwas ist ganz essentiell: Wir wollen mit Lichtkonzepten schöne Erinnerungen und positive Emotionen kreieren. Indem wir Licht mit Geschichten verbinden, können wir Menschen zum Lächeln bringen und schöne Gedanken wachrufen.

HI HEUTE: Wie funktioniert im Alltag die Umsetzung? Ist der deutsche Markt nicht schwieriger als in anderen Ländern?

Thomas Mark: Das kann man schon so sagen. In Deutschland sind für uns und ebenso für unsere Wettbewerber die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren deutlich schwieriger geworden. Das hat mit der Situation des stationären Handels generell zu tun, aber auch mit vielen internen Strukturen, zum Beispiel in den Centerunternehmen.

Wichtig ist für uns bei der Umsetzung ein starkes lokales Team, das die Nähe zum Kunden ermöglicht. Wir übernehmen nicht nur die Verantwortung für das Design und die Produktion unserer Produkte, sondern sind auch Gesamtlösungsanbieter. Dabei müssen wir stets auf dem neuesten Stand der Technik sein.

Um die Bedürfnisse unserer Kunden zu verstehen, arbeiten wir direkt vor Ort mit ihnen zusammen und können so einen reibungslosen Ablauf sicherstellen. Wir bekommen Briefings, nehmen an Brainstorming-Meetings teil und stehen mit unserem Knowhow beratend zur Seite. In den kreativen Prozessen arbeiten wir teilweise auch mit lokalen Designern zusammen. Projektmanager koordinieren die Planung und unser Technikteam evaluiert diverse Aspekte, damit ein detailliertes Angebot dem Kunden übergeben werden kann. Dieser komplette A-Z Service funktioniert nur dann, wenn wir mit erfahrenen lokalen Partnern zusammenarbeiten.

 

HI HEUTE: Sie sind mittlerweile Weltmarktführer. Haben Sie das überhaupt als Ziel gehabt?

Thomas Mark: Nein. Ganz am Anfang ging es darum, erst einmal ein richtig gutes Produkt zu entwickeln und das in Tirol anzubieten, dann kamen ganz Österreich und irgendwann auch andere Länder dazu, das hat sich alles so ergeben, steckte keine Strategie dahinter. Wenn man etwas mit Leidenschaft tut, entsteht oft Gutes. Wir haben das Unternehmen gegründet, weil wir etwas machen wollten, wovon wir selbst überzeugt sind.

HI HEUTE: Was unterscheidet MK Illumination von anderen Anbietern? Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?

Thomas Mark: Die Qualität, das Design und die Innovationsbereitschaft. Auch unsere Herangehensweise an Projekte unterscheidet uns von Anderen, weil wir immer schauen, was man lokal verankert machen kann und was zum Ort passt. Nahmen wir als Beispiel Skandinavien: Ich möchte kein amerikanisches Weihnachten in Skandinavien, sondern ein skandinavisches, und um das bieten zu können, muss ich mich mit der Kultur auseinandersetzen. Ein Teil des Erfolgs ist wahrscheinlich auch, dass wir relativ gut zuhören können und immer offen für Veränderungen sind.

HI HEUTE: Auf welche Länder oder Märkte schauen Sie am stärksten?

Thomas Mark: Uns interessieren im Schwerpunkt Europa, Asien und Nordamerika mit USA, Kanada und Mexiko. Alle genannten Regionen wachsen bei uns im gleichen Ausmaß. Europa ist aber nach wie vor der größte Markt für uns. Wir wollen aber natürlich alle großen Märkte weiterentwickeln und zukünftig auch mehr in Afrika machen.

HI HEUTE: Und wie halten Sie es mit der Nachhaltigkeit?

Thomas Mark: Wir haben schon 2006 unsere Produkte komplett auf LEDs umgestellt. Bei der LED-Technik gibt es zwei wichtige Faktoren: Der ehrlichste und nachhaltigste Ansatz ist, dass man die Lebensdauer vom Produkt stark erhöht, denn am meisten CO2 wird bei der Produktion erzeugt. Auch der Energieverbrauch ist ein wichtiger Faktor. Je weniger Energie ich verbrauche, umso weniger Strom brauche ich und umso weniger CO2 wird ausgestoßen. Deshalb verwenden wir LEDs, die ganz wenig Strom verbrauchen und garantiert 10 bis 15 Jahre halten, womit die Reproduktion verringert wird.

HI HEUTE: Abschließende Frage: Alles redet von der Digitalisierung: Welche Rolle spielt die bei Ihnen?

Thomas Mark:  Mit Digitalisierung werden oft auch negative Gedanken assoziiert. Möglicherweise weil die Sorge besteht, dass mit dieser Entwicklung der Mensch als Arbeitskraft verdrängt wird. Ich denke jedoch, dass je mehr digitalisiert wird, der  Menschen wiederum in den Fokus rückt. Das klingt erst widersprüchlich ist jedoch verständlich, wenn man bedenkt, dass mit einem hohen Digitalisierungs- und Automatisierungsstandard die menschlichen Fähigkeiten wieder umso mehr geschätzt werden. Ein Computer hat nun mal keine Empathie und wer möchte in einem Geschäft von einem Roboter bedient werden. Gerade der menschliche Faktor ist entscheidend für das Einkaufserlebnis.

Erstellt von Thorsten Müller