Neue Weihnachtsbeleuchtung für die Mönckebergstraße

Die Hamburger Mönckebergstraße erstrahlt mit neuer Winterbeleuchtung. Foto: Matthias Plander/BID

Der Einzelhandel blickt auf ein extrem schwieriges Jahr zurück. Nicht wenige Experten warnen vor einem großen Ladensterben und einer Verödung der Innenstädte. Zudem leiden viele Menschen unter den Kontaktbeschränkungen und dem damit einhergehenden Verzicht auf emotionale Momente. Wenn man dies hört, ist es umso erstaunlicher, dass eine der bedeutendsten deutschen Einkaufsstraßen ein Zeichen setzt: Die Hamburger Mönckebergstraße will ab dem 23. November die Bürger mit einer stimmungsvollen neuen Weihnachtsbeleuchtung verzaubern. „Lichter der Hoffnung“ nennt sie Frank Pöstges-Pragal, Geschäftsführer von First Christmas, welches die Beleuchtung herstellte.

 

„Das Besondere an der Beleuchtung ist, dass sie einerseits hoch emotional und sehr, sehr romantisch ist, andererseits aber keine reine Weihnachtsbeleuchtung. Im Grunde ist es eine Winterdekoration“, erklärt der Fachmann, der Anfang des Jahres in das Unternehmen, das seit über zwei Jahrzehnten Weihnachtsbeleuchtungen für Einkaufsstraßen, Einkaufscenter und Flughäfen in der ganzen Welt konzipiert, als Geschäftsführer einstieg. Leitmotiv des neuen Winterlichts sind Schlittschuh laufende Kinder. Es gibt über 50 Figuren in 14 verschiedenen Formen, jeweils zwischen ein und zwei Metern groß. Dazu kommen noch mal über 100 Sterne. All dies hängt an 19 Überspannungen über Hamburgs Einkaufsstraße Nummer 1. Eine spezielle LED-Technik mit einem aufwändigen Farbfilter sorgt dafür, dass die gewünschte Lichtanmutung erzielt wird. Hierfür wurden über einen langen Zeitraum immer wieder neue Versuche durchgeführt, um die bestmögliche Wirkung zu erreichen. Außerdem sind die Figuren und Sterne vollkommen dimmbar und können so dem Umgebungslicht angepasst werden. Hergestellt sind die Figuren aus Aluminium, das Pulver beschichtet wurde, die Fronten sind aus Acrylglas. Alles wurde in Deutschland hergestellt.

Auftraggeber ist das BID Mönckebergstraße, eine Initiative der Grundeigentümer. Die sogenannten „Business Improvement Districts“ kommen ursprünglich aus Amerika. In ähnlicher Form gibt es sie in vielen Bundesländern, aber in keiner Stadt gibt es so viele „BIDs“ wie in Hamburg, das deshalb als die deutsche BID-Hauptstadt bezeichnet wird. Ziel der BIDs ist es, die betreffenden Straßen beziehungsweise Gebiete aufzuwerten, dazu gehören neben einer neuen Weihnachtsbeleuchtung oft auch die Schaffung von attraktiven Plätzen mit Sitzgelegenheiten oder von Grünstreifen, die regelmäßige Reinigung und mitunter auch Servicemitarbeiter, die den Besuchern behilflich sind.

First Christmas wurde 1999 gegründet und hat seinen Sitz im Hamburger Stadtteil Blankenese. In den letzten 21 Jahren wurden weit über 1000 Weihnachtsdekorationen für Kunden in über 50 Ländern konzipiert, produziert und ausgeliefert und überwiegend auch auf- und abgebaut. Darunter gab es so bemerkenswerte Herausforderungen, wie die Ramadan-Dekoration für 20 Center in Saudi-Arabien bei Außentemperaturen von fast 50° aufzubauen oder eine Weihnachtsdekoration in Dubai unbedingt am ersten Weihnachtsfeiertag wieder abzubauen.

Ein hochkarätiges Designteam ist der Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens. In der Regel veranstalten Städte, Einkaufscenter und Flughäfen Designwettbewerbe. Wer hier die kreativsten und besten, maßgefertigten Entwürfe liefert, darf die neue Weihnachtsdekoration herstellen und liefern. Bei der Mönckebergstraße wurde das Design allerdings vom Kunden zur Verfügung gestellt. Dekorationen von First Christmas kann man in London, Paris und Mailand genauso bewundern wie in Moskau, Ankara, Dubai oder Katar. Seit einigen Jahren hat sich First Christmas in der arabischen Welt einen Namen erworben für Ramadandekorationen und die Dekoration der dort wichtigen Nationalfeiertage. Die Firma gewann schon eine ganze Reihe Preise und Auszeichnungen, so für die schönste Weihnachtsdekoration der Niederlande und die schönste Weihnachtsdekoration Moskaus. Für die Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt Elmshorn gab es vor einigen Jahren den Stadt-Marketing Preis des Landes Schleswig-Holstein.