Präsentation des neuen Fachmarktzentren-Reports auf der EXPO

Stellten auf der EXPO den neuen FMZ-Report vor (von links): Uwe Seidel (Dr. Lademann & Partner), Stefan Wundrak (TH Real Estate), Sebastian Müller (GfK), Thorsten Beckmann (Corpus Sireo), Jörg Krechky (Savills), Moritz Felix Lück (MEC) und Christian Schröder (MEC). Foto: MEC

Die Vorstellung des Marktberichtes „Fachmarktzentren in Deutschland" ist ein von vielen Messeteilnehmern mit Spannung erwarteter Programmpunkt auf der EXPO REAL. „Digitalisierung" lautet das Thema der nunmehr fünften, von der MEC herausgegebenen Auflage.

Der Onlinehandel zwingt den stationären Einzelhandel, zu reagieren. Doch die heutige Anwendung des Bau- und Planungsrechts verhindert das. „Die mit digitalem Umbruch im Handel und demografischem Wandel verbundene Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung schwächen die Nachfrage im ländlichen und kleinstädtischen Raum“, sagt Uwe Seidel, Geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Lademann & Partner. „Als Gegenreaktion zur Existenzsicherung kommt für den Einzelhandel in diesen Gegenden nur eine Erweiterung seiner Verkaufsflächen in Betracht. Wie stark dieser ökonomische Druck ist und welche nachhaltigen Effekte für die Versorgung vor Ort sich dadurch erzielen lassen, ist derzeit ungeklärt und bedarf dringend einer fachlichen Bewertung. Diese steht bislang aus.“

Dialog ist dringend erforderlich

„Die Reaktion der Händler darf man daher nicht als Störung des raumordnerischen Gleichgewichts werten, vielmehr dient sie der Sicherung der Versorgung des ländlichen Raums mit Handelsflächen“, ergänzt Christian Schröder, COO der MEC. „Hier ist ein Dialog von Handel, Verwaltung und Immobilienbetreibern dringend erforderlich.“

Herausforderung und Chance

Daher sowie vor dem Hintergrund steigenden Wettbewerbs im Einzelhandel und mittelbar bei Handelsimmobilien entschieden sich die Herausgeber des Fachmarktzentren-Reports, die Digitalisierung näher zu beleuchten. Was bedeutet sie für die Welt der Handelsimmobilien und für die Branchen, die damit verknüpft sind? Ist sie der unaufhaltsame, alles umwälzende und zerstörende Heilsbringer oder Vernichter, als der sie oft dargestellt wird? Welche immobilienbezogenen Technologien sind in der Entwicklung, wie groß ist die PropTech-Szene? Wie nähert man sich einem Thema, das oft nicht greifbar ist, und wie leitet man für sich selbst einen Handlungsrahmen ab? So die Leitfragen des Reports.

 

Investoren agieren selektiver

Der Umsatz mit Einzelhandelsimmobilien ging 2016 gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 13,6 Milliarden Euro zurück. Die Digitalisierung des Handels fordert im Grunde das Geschäftsmodell sämtlicher Nutzer von Einzelhandelsimmobilien heraus. „Als Reaktion auf diese Erhöhung des Risikos von Investitionen in Einzelhandelsimmobilien werden die Investoren selektiver“, so Jörg Krechky, Head of Retail Investment Germany bei Savills. „Die Anforderungen an Objekte steigen.“

Modebereich stark betroffen

Die Analyse von Mieterkonzepten, und wie diese wiederum in der digitalen Welt funktionieren, wird für Investoren immer wichtiger, vor allem im Modebereich. „In unseren Centern des Retail Center Fonds versuchen wir, modische Konzepte und Marken nicht überzugewichten und als Anker für das stabile Investment vor allem die Güter aus dem täglichen Bedarf zu installieren“, erklärt Thorsten Beckmann, Portfolio Manager des Retail Center Fonds bei Corpus Sireo.

Megatrends als Basis von Investments

Immobilieninvestoren sollten auf verschiedene Trends reagieren – so die fortschreitende Urbanisierung, der weltweite Aufstieg der Mittelklasse, die Verlagerung der globalen Wachstumskerne aus der westlichen Hemisphäre hinaus, der demografische Wandel sowie die zunehmende Digitalisierung und globale Vernetzung. „Es sind diese Entwicklungen, welche in den kommenden Jahrzehnten maßgeblichen Einfluss auf die Immobilienwirtschaft nehmen. Zukunftssichere Anlageprodukte für Immobilien müssen sich daher auf der Gewinnerseite dieser Trends wiederfinden“, erläutert Stefan Wundrak, Head of European Research bei TH Real Estate.

Denken aus Kundenperspektive

Das Leben der Kunden bequemer und einfacher zu machen, ist ein wesentlicher Nutzen, der vom Einzelhandel heute erwartet wird. Produktwelten zu schaffen, Sortimente zu verknüpfen und Lösungen für den Alltagsgebrauch zu kreieren, macht heute eine „gute Auswahl“ aus. „Erfolgreiche Ladenkonzepte sind aus der Perspektive des Kunden gedacht, geplant und umgesetzt. Sie bieten ein optimales Verhältnis zwischen Nutzen und Zeitaufwand“, so Sebastian Müller, Head of Retail & Real Estate Consulting bei GfK.

Gastbeiträge von Experten und PropTechs

Neben etablierten Händlern wie MediaMarktSaturn, die ihre Technologien von morgen für den Kunden von heute vorstellen, kommen im fünften Fachmarktzentren-Report auch Vertreter der neuen Start-up-Szene in der Immobilienbranche zu Wort. Digitale Lösungen für Händler werden von GK Software und Phizzard aufgezeigt, eine Möglichkeit der effizienteren Zusammenarbeit mit FM-Dienstleistern von Eyeled und der Einsatz von BIM bei Neu- und Bestandsbauten von Atelier Winkler. Einen Überblick über die neue Gründerszene sowie Schwierigkeiten und Herausforderungen für die jungen Unternehmen gibt der Vorsitzende der German PropTech-Initiative, Alexander Ubach-Utermöhl.

 

Der neue Fachmarktzentren-Report ist unter www.mec-cm.com erhältlich.