Exklusiver Gastbeitrag für HI HEUTE von Aydin Karaduman, Managing Director Europe beim Bauspezialisten ISG plc

Aydin Karaduman, Managing Director Europe, ISG plc. Foto: ISG

Rund fünf Milliarden Euro wurden im ersten Halbjahr 2019 in deutsche Einzelhandelsimmobilien investiert. Wegen vergleichsweise attraktiver Renditen werden auch in den kommenden Jahren Großbaustellen für künftige Fachmarktzentren und Shopping Malls zu finden sein. Nicht nur die Shopping-Konzepte, sondern auch die Baustellen wandeln sich. Kräne und Bagger werden zunehmend ergänzt durch digitale Brillen, Tablets und Apps.

 

Die papierlose Baustelle wird zunehmend zu einer flächendeckenden Tatsache. Moderne, große Generalunternehmen (GU) als ausführende Baudienstleister führen die digitale Planung mit der Baustelle 4.0 zusammen. Dabei helfen Internationalität und Größe des Bauunternehmens. Digitalisierungsprojekte werden in der deutschen Baubranche leider immer noch als zu vermeidender Kostentreiber gesehen: Über die Hälfte der befragten Planungsbüros und Bauunternehmen gab in der jüngst erschienenen Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) an, dass sie keinen Bedarf an Digitalisierung haben.

Wo hingegen Building Information Modeling (BIM) als Instrument digitalen Planens zum Einsatz kommt, ist der Sprung zum digitalen Bauen nicht weit. In der BIM-Software erstellte 3D-Modelle, sei es im Neubau oder im Bestand, können beispielsweise über Augmented Reality (AR) auf der Baustelle eingespielt werden. Mittels AR-Brillen können Bauleiter einen Echtzeit-Vergleich zwischen dem Modell und der Ist-Situation am Bau vornehmen. Mit dem Finger werden dann Modelldaten abgerufen bzw. neue Gegebenheiten auf der Baustelle ins Modell zurückgespielt.

Tablets gehören mittlerweile zur Standardausstattung in großen Bauunternehmen. Sie dienen zunächst der Kommunikation: Pläne, Rechnungen und Projektdokumentationen sind gesammelt in einer App abrufbar. Die einzelnen Projektparteien erhalten über Lizenzvergaben Zugang zur gemeinsamen Plattform. Mängel können per Foto dokumentiert und unmittelbar in die App zurückgespielt werden. Chat-Funktionen für die schnelle Informationsweitergabe ergänzen das Angebot. Die mobilen Endgeräte decken auch die Sicherheit an der Baustelle ab. Wegmarkierungen, mögliche Gefahrenzonen und mehrsprachige Hinweise sind digital hinterlegt – als Unterstützung für die Baubelegschaft und die gesicherte Haftung des Arbeitgebers, der über die digitalen Tools seine Informationspflicht erfüllt.

 

Der Einsatz digitaler Instrumente in den Bereichen Sicherheit, Kommunikation und Prozesseffizienz ist ein wesentlicher Faktor für die bestmögliche Erfüllung der Bauherrenwünsche nach raschen Fertigstellungen in den vereinbarten Parametern Zeit, Kosten und Qualität.           

Erstellt von Aydin Karaduman, Managing Director Europe, ISG plc