Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen hat ein großes Netzwerk in Europa geknüpft. Am Mittwoch feiert die Non-Profit-Organistion Jubiläum. Auch Bundesministerin Barbara Hendricks kommt.

Prof. Alexander Rudolphi freut sich auf das Jubiläum bei der DGBN. Copyright: DGBN e.V.

Vor zehn Jahren fand die Gründungsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) statt. In nur einem Jahrzehnt ist es der Non-Profit-Organisation mit Sitz in Stuttgart gelungen, sich zu Europas größtem Netzwerk für nachhaltiges Bauen zu entwickeln.

Am kommenden Mittwoch findet in Berlin die Jubiläumsfeier statt. Zu den Gästen zählen Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und Tai Lee Siang, der Präsident des World Green Building Councils.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich das nachhaltige Bauen sowohl in Deutschland als auch international von einer Randnotiz zu einem zentralen Thema der Bau- und Immobilienwirtschaft gewandelt.

Zertifizierungssystem für nachhaltige Gebäude und Quartiere

Der DGNB kommt bei dieser Entwicklung eine tragende Rolle zu, nicht zuletzt dank des 2008 erstmals veröffentlichten Zertifizierungssystems für nachhaltige Gebäude und Quartiere, das es heute in über 20 Nutzungsprofilen gibt und weltweit als das fortschrittlichste gilt.

 

Als Planungs- und Optimierungstool hilft es Architekten, Bauherren und anderen am Bau Beteiligten, frühzeitig die Weichen für mehr Nachhaltigkeit in ihren Projekten zu stellen. Dabei fußt das System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das neben ökologischen auch ökonomische Faktoren mit einbezieht und in gleichem Maße soziokulturelle Kriterien berücksichtigt, die das Wohlbefinden der Menschen positiv beeinflussen können.

2100 Auszeichnungen in mehr als 20 Länder

Über 2.100 Auszeichnungen hat die DGNB inzwischen in mehr als 20 Ländern vergeben können. In Deutschland ist die DGNB unter den Anbietern von Zertifizierungssystemen für Gebäude damit klarer Marktführer, bei Quartieren sogar europaweit. Im Rahmen der DGNB Akademie, der Fort- und Weiterbildungsplattform des Vereins, wurden bereits rund 3.000 Personen in 34 Ländern zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert. Zudem gibt es Kooperationen mit 45 Hochschulen weltweit.

 

Getragen wird der Verein von rund 1.200 Mitgliedsorganisationen aus allen Bereichen der Bau- und Immobilienwirtschaft. Im World Green Building Council, der internationalen Dachorganisation für nachhaltiges Bauen, ist die DGNB nicht nur der offizielle deutsche Vertreter. Über ihren Geschäftsführenden Vorstand, Dr. Christine Lemaitre, hat die DGNB zudem einen Sitz im Board of Directors sowie den Vorsitz des europäischen Netzwerks.

"Ansporn und ein Versprechen"

„Zehn Jahre DGNB sind für uns ein wichtiger Meilenstein, zugleich aber auch Ansporn und ein Versprechen, in Zukunft weiter daran zu arbeiten, nachhaltiges Bauen, wie wir es verstehen, fest in der Planungs- und Baupraxis zu verankern“, sagt DGNB Präsident Prof. Alexander Rudolphi. Rudolphi ist wie der heutige DGNB Vizepräsident Martin Haas und der Geschäftsführer der DGNB GmbH, Johannes Kreißig, einer der Gründerväter der Gesellschaft. Diese hat von Anfang an das Ziel verfolgt, nachhaltiges Bauen in der Fachöffentlichkeit genauso wie in der breiten Gesellschaft zu fördern und ein stärkeres Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Bauweise zu schaffen. 

Im Rahmen der Jubiläumsfeier in der Akademie der Künste in Berlin, zu der rund 300 geladene Gäste erwartet werden, gibt es neben den Beiträgen von Dr. Barbara Hendricks und Tai Lee Siang noch Impulse des Soziologen Prof. Dr. Harald Welzer, der Vorsitzenden des Green Building Council Denmark, Mette Qvist, sowie des Architekten Gerhard Wittfeld vom Büro kadawittfeldarchitektur.