Helmut Jagdfeld, Geschäftsführer der DI-Gruppe, warnt vor Realisierung des Berliner Retail-Projekts „Pankower Tor“

Umstrittenes Projekt auf dem ehemaligen Pankower Güterbahnhof: das "Pankower Tor". Foto: Krieger Grundstück GmbH

Wie verschiedene Medien im Raum Berlin berichteten, soll ein städtebaulicher Rahmenvertrag zugunsten der Entwicklung des großen Retail-Projektes „Pankower Tor“ (Gesamtinvest: ca. 350 Millionen Euro) am zwischen Senat und Investor fast „unterschriftsreif“ sein und „zügig“ unterschrieben werden. Das „Pankower Tor“ auf dem Gelände des ehemaligen Güternahnhofs soll u.a. ein Einkaufszentrum sowie zwei Möbelhäuser umfassen. Helmut Jagdfeld, Geschäftsführer der DI-Gruppe, in Berlin Betreiber u.a. des „Rathaus Centers Pankow“ und des „Forum Köpenick“ sieht dies äußerst kritisch und gab unlängst ein öffentliches Statement ab, in dem er vor einer Kannibalisierung unter den dicht beieinander liegenden Center warnt.

 

„Das Pankower Tor ist ein seit vielen Jahren höchst umstrittenes Projekt. Jetzt entsteht leider der Eindruck, dass wesentliche Rahmenbedingungen noch unmittelbar vor den Wahlen zu Abgeordnetenhaus und Bezirksversammlung vertraglich festgeschrieben werden sollen, wogegen wir uns entschieden wehren.

Die grundlegenden Fragen der Entwicklung des ehemaligen Bahngeländes sind gerade für das wachsende Pankow von erheblicher Bedeutung und müssen in einem offenen und transparenten Prozess entschieden werden. Dazu zählen sicher auch noch ungeklärte Fragen des Städtebaus, etwa wie das neue Viertel integriert werden soll.“

In seiner Stellungnahme sagt Jagdfeld weiter: „Es muss den am 18. September gewählten Volksvertretern vorbehalten sein, ob sie dem offenkundigen Deal zwischen Investor und Senat – 1000 Wohnungen und davon 250 vergünstigte Mietwohnungen, eingekesselt von einem überdimensionierten Einkaufszentrum auf der einen Seite und einem Möbelmarkt mit 49.000 qm sowie zweier weiterer (Möbel-) fachmärkte auf der anderen Seite – zustimmen wollen oder eine ganzheitliche und langfristig gesunde Entwicklung bevorzugen.“

Der erfahrene Center-Profi warnt: „Wird das überdimensionierte Einkaufszentrum indes gebaut, so gerät nicht nur das Rathaus Center Pankow in Bedrängnis. Auch die anderen Center im Einzugsbereich wie etwa das „Gesundbrunnen-Center“ und die Schönhauser Allee Arcaden werden die Auswirkungen spüren.“

 

Außerdem sieht Jagfeld in diesem Zusammenhang weitere Problme nahen: „Vor allem die zahlreichen kleinen Einzelhändler wie etwa im Pankower Flora-Kiez oder auf der Schönhauser Allee kommen so zwischen die Mühlsteine der Einkaufszentren, die um dieselbe Kundschaft werben. Das wachsende Pankow benötigt an adäquater Stelle zusätzliche Handelsflächen, die das ursprüngliche Zentrum stärken und nicht schwächen. Es müssen ergänzende und nicht ersetzende Angebote sein. Die mehr als ernüchternde Entwicklung der jüngsten Neueröffnungen von Shopping Centern in ganz Berlin unterstreicht diesen Befund einmal mehr. Niemandem nutzen sich kannibalisierende Einkaufszentren.“