Der Stadtrat Emden hat sich einstimmig für das Konzept von LIST Retail Development für das alte Kaufhallengelände entschieden.

So soll das ehemalige Hertie-Gebäude einmal aussehen. Visualisierung: LIST

Rund 14 Jahre ist es her, dass die Kaufhalle in der Emdener Innenstadt schloss – seitdem gab es verschiedene Ansätze, die Immobilie einer neuen Nutzung zuzuführen, aber keiner wurde realisiert. Nun wurde jedoch eine Lösung für das in die Jahre gekommene Gebäude sowie für das umliegende Areal gefunden.

Am vergangenen Dienstag hat der Rat der Stadt Emden der Oldenburger Projektentwicklungsgesellschaft LIST Retail Development den Zuschlag für die Neugestaltung des innerstädtischen Areals erteilt. Geplant sind die Revitalisierung der ehemaligen Kaufhalle (in den 1960er Jahren ursprünglich als Hertie-Kaufhaus gebaut), die Errichtung eines mehrgeschossigen Büro- und Geschäftshauses sowie die eines Parkhauses.

Investition zweitstelligen Millionenbereich

Das Gesamtinvestitionsvolumen bewegt sich im zweitstelligen Millionenbereich. Voraussichtlich bis Ende 2019 wird ein 17.500 Quadratmeter großes, innerstädtisches Quartier entstehen, das einem neuen Nutzungsmix aus Handel, Hotel, Gastronomie, Büro/Dienstleistung und Parken zugeführt wird.

 

Nachdem es der Stadt Emden im Jahr 2010 gelang, das Kaufhallengelände zu erwerben, werde nun ein weiterer "wichtiger Meilenstein" in der Geschichte der Stadtentwicklung gesetzt: Von mehreren eingereichten Entwürfen hat sich der Stadtrat einstimmig für das Konzept von LIST Retail Development entschieden.

Handel, Hotel und Gastronomie in der ehemaligen Kaufhalle

„Wir freuen uns, dass wir als ebenfalls norddeutsches Unternehmen einen so wichtigen Beitrag für die Stadtentwicklung von Emden leisten dürfen“, sagt Michael Garstka, Geschäftsführer von LIST Retail Development: „Wir werden die vorhandene Qualität weiter ausbauen und einen wichtigen Impuls für den Emder Einzelhandel setzen." Zudem habe LIST Wert darauf gelegt, dass in architektonischer Hinsicht eine städtebauliche Einbindung gelingt und auch stark nachgefragte Büro- und Dienstleistungs- sowie Parkflächen geschaffen werden.

 

Der Kern der Quartiersentwicklung ist die Revitalisierung des Kaufhallengebäudes. Das Konzept der Oldenburger Projektentwickler sieht hingegen des alten SB-Warenhauskonzeptes nur noch das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss für Einzelhandelsnutzungen vor. Diese werden über die Haupteingänge an der Neutorstraße erschlossen.

Büros und Parkplätze in unmittelbarer Nachbarschaft

„Für das zweite und dritte Obergeschoss des Kaufhallengebäudes befinden wir uns in Endverhandlungen mit einem namhaften Unternehmen aus dem Bereich der Budget-Hotellerie. Insgesamt ist die Errichtung von rund 93 Zimmern geplant“, erläutert Garstka. Das oberste Staffelgeschoss wird Platz für Gastronomieflächen bieten. Die Highlights für die Besucher werden hierein City-Deck (Dachterrasse) und eine Sky Lounge (ein transparenter Kubus, aus dem man über die Dächer der Stadt bis hin zum Hafen gucken kann) sein.

In direkter Nachbarschaft zur Kaufhalle (im Westen) entsteht ein mehrgeschossiges Büro- und Geschäftshaus. Für dieses ist ebenfalls eine Mischnutzung vorgesehen. Um eine optimale Erschließung der Flächen und auch eine gewisse Flexibilität bei der Aufteilung der einzelnen Einheiten zu schaffen, wurde der Erschließungskern mittig platziert.

Büroflächen, Arztpraxen oder ein Fitnessstudio

„Über eine der Hauptmietflächen führen wir aktuell enge Abstimmungsgespräche mit einem namhaften, ortsansässigen Geldinstitut. Darüber hinaus können wir uns in diesem Gebäude weitere Büroflächen, Arztpraxen oder auch ein Fitnessstudio vorstellen“, so Garstka. Wiederum im Westen des Büro- und Geschäftshauses wird auf einem zurzeit ebenerdigen Pkw-Parkplatz ein mehrgeschossiges Parkhaus mit gut 140 Stellplätzen errichtet.

Dieses steht zukünftigsowohl den Kunden, Besuchern und Übernachtungsgästen des geplanten Komplexes als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Um eine Belebung der Pottgiesserstraße im Bereich des Parkhauses zu erzeugen, wurden im Erdgeschoss entsprechend vorgelagerte Shop- und/oder Gastronomieflächengeplant.

Kleinteilige Architektur für städtebauliche Einbindung

In architektonischer Hinsicht hat LIST Retail Development den Fokus auf die städtebauliche Einbindung des Ensembles gelegt. Durch neue Materialität und einer zonierten Anwendung von unterschiedlichen Fassadentypen wird zum Beispiel das Kaufhallengebäude optisch in kleinere Einheiten unterteilt, so dass der Eindruck einer gewachsenen Struktur entsteht.

Durch die Klinkeroptik wirkt der Straßenzug vom ehemaligen Kaufhallengebäude über das Büro- und Geschäftshaus bis hin zum Parkhaus als Ensemble, welches sich in das Stadtbild einfügt und die vorhandenen baulichen Lücken schließt.

Erstellt von dah