Viele Inspirationen beim zweiten Internationalen Gastroimmobilien-Kongress

Interessierte Zuhörer im Super Concept Space des Bikini Berlin. Hier Mitveranstalterin Gretel Weiß auf der Bühne. Foto: Kratz Fotografie / Markus Kratz
In den Pausen sowie bei der Abendveranstaltung am ersten Tag ergaben sich interessante Gespräche. Foto: Kratz Fotografie / Markus Kratz
Networking funktioniert auch outdoor entspannt. Foto: Kratz Fotografie / Markus Kratz

Die Zeiten, da Gastronomie als kleine Schwester des Shoppings galt, sind längst passé. Vielmehr hat die Immobilienbranche „Eating“ als zugkräftiges Magnet und Anker für gelungene Standortentwicklung ausgemacht. Tenor beim zweiten Internationalen Gastroimmobilien-Kongress in Berlin.

Rund 130 Teilnehmer waren der Einladung von Heuer Dialog, FoodService Europe & Middle East sowie food-service an die Spree gefolgt. Renommierte Keynote-Speaker gaben sich im Super Concept Space des Bikini Berlin zwei Tage lang die Klinke in die Hand, beleuchteten Bedeutung  und Möglichkeiten zeitgemäßer Gastronomie aus allen Blickwinkeln. Dass Shopping Center und ähnliche Asset-Klassen auf dem Weg zu Erlebnisschauplätzen sind, ist ein Trend, der sich deutlich abzeichnet. Die Klientel hat Ansprüche und will gern Teil haben, beispielsweise bei der Modifizierung von Menüs.

Milieugruppen bestimmen Konzepte

Zielgruppen-Ortung betrieb Peter Martin Thomas vom Marktforschungsinstitut Sinus-Akademie. Als Konsumenten hat er zehn Milieugruppen ausgemacht, die auf Lebenswelten basieren - vom konservativ-etablierten Gast  bis zum expeditiven Typus, der Mainstream ignoriert, stattdessen spontan und schnell handelt. Das ultimativ in Schwarze treffende Konzept, das alle zehn Typen zufrieden stelle, sei jedoch Utopie, so Thomas.

 

Gastronomie durch nichts zu ersetzen

Die Big Player der Branche stelle food-service-Herausgeberin Gretel Weiß anhand diverser aktueller Rankings vor. Stellvertretend für den krankheitsbedingt entschuldigten Jonathan Doughty, JLL, präsentierte sein Kollege Ken Higman, JLL Foodservice Consulting UK, die Megatrends in Locations. Als Einflussfaktoren nannte er die digitale Revolution, zunehmende Urbanisierung, Klimawandel, Ressourcenknappheit und den Trend zum Individualismus. Da es immer mehr Menschen in die Städte ziehe, bedeute dies für die dortigen Restaurants, Cafés und Bars einen Zuwachs potenzieller Gäste. In absehbarer Zeit sei Gastronomie durch nichts zu ersetzen, so Higman sinngemäß.

Food Markets auf dem Vormarsch

Beispiele für zeitgemäße Gastro-Konzepte sind die US-Gourmet-Burgerkette Five Guys, das panasiatische Format Wagamama und die Kaffee-Formel Starbucks. Gemeinsam haben alle drei, dass sie Gastronomie als Erlebnis verpacken und sich den wandelnden Anforderungen des Gastes anpassen. Erfolgreich agieren auch Food-Markets in ihrer Eigenschaft als Treffpunkte - wie die Market Hall in Lissabon und die Mall of the Netherlands.

Spaßkonzepte durch Ambiente

Dass Brands Spaß machen, Kult und Lifestyle verkörpern sollen und dass Ambiente, Design sowie innovative Architekturkonzepte dabei eine maßgebliche Rolle spielen, arbeiteten Redner und Teilnehmer am zweiten Veranstaltungstag heraus. Unter anderem schilderte Jan Knikker vom Entwicklungsbüro MVRDV den spannenden Entstehungsweg der spektakulären Markthalle Rotterdam.

Zum Abschluss waren sich die Teilnehmer einig: „Der Kongress war wiederum eine großartige Plattform, sich näher zu kommen und Herausforderungen gemeinsam zu erörtern.“ Mitveranstalterin Gretel Weiß: „Die zweite Auflage des Restaurant Real Estate Congress hat die Premiere nochmals übertroffen.“

 

Erstellt von smue